Anleitung: In 4 Schritten zum perfekten Designauftrag - Achtung Designer
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In 4 Schritten zum perfekten Designauftrag – Die ultimative Anleitung

In 4 Schritten zum perfekten Designauftrag - Die ultimative Anleitung

„Ich hab da ein neues Projekt und brauche ein Logo. Wie lange brauchst du und was nimmst du denn so dafür?“

Ja, Designaufträge haben, vor allem zu Beginn der Selbstständigkeit, ein kurioses Eigenleben: sie kommen spontan, plötzlich und immer dann, wenn man gar nicht darauf vorbereitet ist.

Damit du für deinen nächsten Designauftrag gewappnet bist, zeige ich dir heute in nur vier Schritten, wie du deinen Auftrag souverän und professionell umsetzt.

Schritt 1 – Das Briefing

Worum geht es bei dem Auftrag überhaupt im Detail? Was sollst du machen? Was liefert der Kunde? Und bis wann soll das Ganze fertig sein? All das sind Fragen, die du im Briefing mit dem Auftraggeber klärst.

In einem Briefing sammelst du alle Hintergrundinformationen für deinen Auftrag zusammen. Diese sind für das Verständnis und damit auch für den Erfolg deines Designs fundamental wichtig. Denn nur wenn du verstanden hast, was dein Auftraggeber wirklich will, kannst du für ihn das passende Design entwerfen.

Nach meiner Erfahrung sich die Auftraggeber gut vorbereitet und haben für die Designer oft schon die wichtigsten Informationen zusammengestellt. Trotzdem solltest du kurz anrufen, um deine Frage zu klären und deinen Auftraggeber besser kennenzulernen. Nachdem man sich gesprochen hat, hat man einfach ein viel besseres Gespür für die andere Seite. Man kennt sich besser.

Folgende Punkte gehören ins Briefing:

  • Was soll gestaltet werden? (Logo, Präsentation, Flyer, … )
  • Bis wann muss der Auftrag fertig sein?
  • Wer ist dein Ansprechpartner? (Name, Position, Mail, Telefonnummer)
  • Was will der Auftraggeber mit dem Projekt erreichen? (neue Zielgruppe ansprechen, Aufmerksamkeit bei Messe, …)
  • Gibt es schon feste Vorstellungen oder ist der Auftraggeber noch ganz frei?
  • Brauchst du die Zuarbeit von Dritten?
  • Was bekommst du von Auftraggeber geliefert und wann? (Texte, Fotos, … )
  • Größe und Format für das Design
  • Dateiformat (JPG, PNG, AI, PSD, digital oder für den Druck vorbereitet, …)
  • Vorgaben für die Farben oder die Schrift (lass dir die CI zusenden, wenn es eine gibt)
  • Gibt es positive oder negative Beispiele? Dann lass sie dir zeigen – das macht deine Arbeit ganz erheblich einfacher
  • Gibt es technische oder formale Einschränkungen?

Und wenn du noch Fragen hast, dann frag nach! Unbedingt! Denn das erspart dir später unnötige Korrekturschleifen und macht die Umsetzung des Designs einfacher.

Schritt 2 – Das Angebot

Du weißt nun genau, was dein Kunde möchte. Jetzt kommt das schriftliche Angebot. In dem schreibst du alle Punkte auf, die zum Designauftrag gehören und kalkulierst für jeden Schritt deinen Preis.

Hier lohnt es sich gründlich zu arbeiten und auch Zusatzoptionen festzuhalten. Je genauer du deine einzelnen Posten aufführst, desto besser kannst du dich vor unvorhergesehener (und im schlechtesten Fall unentgeltlicher) Mehrarbeit schützen. Denn dein Auftraggeber weiß so ganz genau, was im vereinbarten Preis enthalten ist und was zusätzlich bezahlt werden muss. Das schafft Sicherheit für beide Seiten. Ein Beispielangebot findest du hier auf der Seite vom Designerdock.

Manchmal wird der Umfang des Designauftrags nach deinem Angebot noch geändert und angepasst. Waren beispielsweise zwei Flyer einkalkuliert, so kann es sein, dass dein Auftraggeber jetzt nur noch einen Flyer möchte, um Kosten oder Zeit einzusparen.

Mein Tipp: Gehe nicht von deinem kalkulierten Preis runter, sondern reduziere den Umfang deiner Leistung (z.B. nur ein Entwurf statt der geplanten zwei Entwürfe), wenn dem Kunden dein Angebot zu teuer ist. Sonst minderst du den Wert deiner Arbeit!

Lass dir von deinem Auftraggeber eine Bestätigung für dein Angebot schicken.

Schritt 3 – Die Umsetzung

Ihr seid euch einig geworden. Dann kann es jetzt endlich mit der eigentlichen Umsetzung des Designauftrags losgehen.

Die Entwürfe

Je nach Vereinbarung setzt du jetzt deine Ideen in einem oder in mehreren Entwürfen um. Achte hier auf Qualität und auf die Wünsche deines Kunden. Illustrationen und Bildelemente können handgezeichnet sein. Für Fotos und Texte kannst du Platzhalter nutzen. Neben den klassischen Blindtexten, gibt auch witzige wie diese bayrische Variante. 😉

Deine fertigen Entwürfe präsentierst du dem Auftraggeber entweder persönlich oder per Mail. Erkläre bei jedem einzelnen Entwurf, wo der gestalterische Schwerpunkt liegt und wo die Unterschiede und Vorteile sind. Gehe auf die Wünsche des Auftraggebers aus dem Briefing ein und erkläre wie du sie umgesetzt hast.

Korrekturphase

Nun ist dein Auftraggeber am Zug. Er wird sich für einen Entwurf entscheiden und dir seine Änderungen mitteilen. Wie viele Korrekturschleifen jetzt folgen, hängt mit deinem Angebot zusammen.

Je detaillierter und genauer ihr die Korrekturen besprecht, desto besser kannst du die Wünsche in das Design einfließen lassen.

Die Reinzeichnung

Fast fertig. Der Kunde hat sich entschieden, du kennst alle Änderungswünsche und jetzt geht es an die finale Umsetzung.

Wenn du fertig bist, dann lass dir deine Reinzeichnung noch einmal von deinem Auftraggeber freigeben.

Die finale Übergabe

Du bist in der Zielgeraden. Bevor du die Daten im vereinbarten Dateiformat an deinen Auftraggeber übergibst, solltest du noch einmal mit Adleraugen über die Datei gucken.

  • Sind alle unnötigen Ebenen und unsichtbaren Elemente gelöscht?
  • Sind alle Skizzen und Pfadreste neben der Zeichenfläche gelöscht?
  • Sind die Fotos eingebettet?
  • Stimmen die Farbwerte mit den Vorgaben überein und sind im richtigen Format (CMYK, RGB)?
  • Sind die Schriften in Pfade konvertiert?
  • Rechtschreibfehler!!!
  • Funktionieren alle Verlinkungen?
  • Sind alle nicht benötigten Farben gelöscht?
  • Haben auch die exportierten Dateien das verabredete Format?

Am besten gewöhnst du dir dieses saubere Arbeiten gleich zu Beginn an. Das erspart dir viel Aufräumzeit am Ende von Projekten.

Schritt 4 – Die Rechnung

Nach der Arbeit folgt die Belohnung – oder in diesem Fall deine Rechnung. Die Illustratoren Organisation hat hier ein ausführliches Beispiel inklusive Musterrechnung hinterlegt, dass du als Vorlage nutzen kannst. Der Gesetzgeber hat veranlasst, dass bestimmte Punkte in einer Rechnung sein müssen. Und da du Ärger mit dem Finanzamt oder deinen Auftraggebern vermeiden willst, hab ich hier eine Zusammenfassung für dich.

Folgende Fakten müssen in deine Rechnung:

  • Vollständiger Name und die Anschrift von dir und deinem Auftraggeber
  • Datum, wann die Rechnung ausgestellt wurde
  • Menge und die handelsübliche Bezeichnung deiner Leistung z.B. 2 Flyer
  • Welchen Umsatzsteuersatz du verwendest (Gibt es verschiedene Posten zu unterschiedlichen Umsatzsteuerbeträgen, so müssen diese einzeln aufgeführt werden.)
  • Rechnungsbetrag: Wie hoch ist der Netto- und der Bruttobetrag, sowie die Höhe der anfallenden Mehrwertsteuer bzw. das du mehrwertsteuerbefreit bist
  • Rechnungsnummer: Eine fortlaufende Nummer zur Identifizierung der Rechnung (die du frei wählen kannst)
  • Zeitpunkt der Übergabe für das Design
  • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (Ust-IdNr.) für deine Leistungen innerhalb der EU bzw. deine Steuernummer
  • Natürlich deine Kontoverbindungen
  • Bis wann der Betrag gezahlt werden muss
  • Verweis auf deine AGBs in der Fußzeile

Fazit

Für uns als Designer ist die Umsetzung in Schritt 3 natürlich immer das Beste. Aber ich habe festgestellt, dass vor allem im Briefing ganz viel Potential steckt. Darum kann ich dir auch nur ans Herz legen, an diesem Punkt so genau wie möglich zu sein. Frag nach, sprich mit dem Auftraggeber und finde heraus, was genau dein Design alles leisten soll.

Dadurch fühlt sich der Auftraggeber nicht nur von dir verstanden, sondern das Ergebnis wird viel besser. Wenn ich als Designer weiß, dass die Zielgruppe für das Logo vierzigjährige Männer sind, dann weiß ich auch, dass Pasteltöne eher nicht zum neuen Design passen. 🙂

Wie sind deine Erfahrungen? Welche Punkte sind für dich die Entscheidenen? Hast du vielleicht noch einen Tipp, damit der Designauftrag perfekt läuft? Ich bin gespannt!

Autor:

Hi, ich bin Gudrun und freiberufliche Designerin. Im "bilderbuero" bin ich im Einsatz mit Stift, Maus und Herzblut für tolle Infografiken, Sketchnotes & visuelles Storytelling. Darüber wie man sich ein Design-Business aufbaut, dass einen kreativ, zufrieden und erfolgreich macht, schreibe ich hier auf "Achtung Designer".

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Super Artikel, liebe Gudrun! Kommt zur rechten Zeit 🙂
    Du schreibst auch immer so schön verständlich!! #nochmehrZucker

    Liebe Grüße
    Ines

    Antworten

    • Hey Ines,
      vielen Dank für dein Lob. Ich freue mich sehr, wenn ich dir weiterhelfen konnte.
      Lieben Gruß,
      Gudrun

      Antworten

  2. Das Briefing ist Gold wert! Denn für mich ist es DIE Gelegenheit, meinen Kunden und seine Wünsche bis ins Detail kennenzulernen. Damit ich auch keine Frage vergesse, benutze ich einen eigens dafür erstellten Fragebogen, den ich zu jedem Termin mit einem potenziellen Neukunden mitnehme. Die Kunden sind von dem Fragebogen begeistert, denn es zeigt ihnen, dass ich mir Gedanken mache und mein Gegenüber ernst nehme.

    Antworten

    • Hey Melanie,
      ich hab mir auch eine Fragebogen erarbeitet, in dem ich alle notwendigen Infos abfrage. 🙂 Das klappt super!
      Schön das es du die gleichen Erfahrungen machst.
      Viele Grüße,
      Gudrun

      Antworten

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