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Design kalkulieren: So findest du den richtigen Preis für deine Leistungen

Preise festlegen und Design kalkulieren

Was ist mein Design wert? Wieviel kostet ein Logo? Wie lege ich meinen Stundensatz fest? Die Frage nach dem richtigen Preis für das eigene Design, ist nicht einfach zu beantworten. Aber sie die wichtigste überhaupt, wenn du als selbstständiger Designer erfolgreich sein willst.

Was sollst du nun machen? Es gibt ganz verschiedenen Herangehensweisen: Einfach einen Preis festlegen? Gucken was andere Designer so veranschlagen? Bei Agenturen nachschauen? Design-Plattformen wie 99designs als Basis nehmen? Empfehlungen wie von Berufsverbänden wie der Allianz deutscher Designer folgen?

Vor der Preiskalkulation kommt deine Leistung

Stop! Bevor du dir um ganz konkrete Zahlen Gedanken machst, musst du einen Schritt zurück. Es gehört nämlich sehr viel mehr zu deiner Arbeit, als du denkst.

Design ist mehr als reines Gestalten

Wenn du ein neues Logo für einen Kunden entwirfst, dann gehören viele ganz unterschiedliche Schritte zu dem Designprozess:

  • Briefing: Worum geht es deinem Auftraggeber?
  • Konzept & Idee: Welches Konzept soll durch das Logo verdeutlicht werden?
  • Entwurf & Absprachen: Erste Entwürfe werden dem Auftraggeber vorgestellt und mit ihm besprochen.
  • Reinzeichnung: Finale Umsetzung des Designs.
  • Übergabe & Beratung: Übergabe des Logos an den Kunden und eine Beratung über die richtige und passende Anwendung innerhalb des Corporate Designs
  • Zusätzlich: Zeit für Telefonate, E-Mails und Absprachen mit dem Auftraggeber

Alle diese unterschiedlichen Aufgaben gehören zu dem Designauftrag dazu und müssen in deine Preiskalkulation einfließen. Und gerade die „kleine Posten“ wir Telefonate und E-Mails können echte Zeitfresser sein!

Hast du schon einmal festgehalten wie lange du durchschnittlich für deine Designs brauchst? Es gibt tolle kostenlose Apps für Rechner oder Smartphone (wie z.B. TimeSheet) mit denen du deine benötigte Zeit nebenbei erfassen kannst. Das hat zwei ganz große Vorteile für dich: erstens bekommst du ein realistisches Bild von der tatsächlichen Zeit, die du brauchst und zweitens kannst du dadurch deine Preise viel besser kalkulieren.

Nur weil du es gerne machst, ist es nicht weniger wert!

Du bist gerne Designer. Es fällt dir leicht schöne Designs zu entwickeln und es macht dir Spaß Dinge zu gestalten. Das ist toll! Es führt aber leider oft auch dazu, dass man die eigene Arbeit nicht hoch genug einschätzt.

Dabei geht es gar nicht darum, wie du das Design findest. Es geht bei dem Design-Auftrag ja nicht um dich, sondern um deinen Auftraggeber. Ihm soll das Design gefallen. Für ihn soll es wertvoll sein und seinen Zweck erfüllen. Und daran misst sich auch der Wert deines Designs. Wenn es dir dann zusätzlich auch noch Freude bereitet, ist doch super! Das darf aber keinen Einfluss auf den Preis haben.

Weißt du, wieviel du mindestens verdienen musst?

Hast du schon einmal zusammengerechnet, wieviel du pro Monat ausgibst? Also nicht nur für die offensichtlichen Dinge wie Miete, Essen, Versicherung, Auto oder Kino, sondern auch für Posten wie Altersvorsorge, Weiterbildung oder deinen Urlaub im nächsten Jahr? Eine Honorarliste zum Ausrechnen könnt ihr euch hier bei Frau-frei-und.de anschauen. Dieser Stundensatz ist dann das Mindeste, was du verdienen musst, damit du deine Kosten decken kannst.

Jetzt kannst du dein Design kalkulieren

Jetzt weißt du, wie lange du für deine Designs brauchst. Du weißt, dass deine Arbeit ihr Geld wert ist und wieviel du mindestens pro Monat einnehmen musst. Großartig! Das ist die perfekte Basis für deine Preiskalkulation.

Nimm dir einen Zettel und mach jetzt eine Tabelle mit deinen Leistungen. Dazu kommen noch zwei Spalten für die Dauer und den Preis. Schnapp dir eine Taschenrechner und leg los und rechne alle Preise aus– ohne nachzudenken oder zu zögern.
Bsp: Eine Visitenkarte dauert durchschnittlich 6 Stunden multipliziert mit 55 Euro/Stunden macht das einen Preis von 330,00 Euro + MwSt.

Aber nicht jedes Design ist gleich

Nun hast du eine Übersichtsliste mit deinen Preisen. Vielleicht denkst du dir jetzt: „Aber es ist doch gar nicht jedes Design gleich!“ Völlig richtig. Die von dir errechneten Preise sind ja auch nicht in Stein gemeißelt, sondern durchschnittliche Werte. Wenn du einen neuen Auftrag mit einem potentiellen Kunden besprichst, merkst du schnell ob das gewünschte Design umfangreicher oder einfacher ist. Dann kannst du deinen Preis immer entsprechend anpassen.

Trotzdem ist deine Preisliste für dich ein großes Hilfsmittel. Auf die typische Frage von neuen Auftraggebern „Was kostet eine Visitenkarte bei Ihnen?“ kannst du nun immer professionell antworten: „Eine Visitenkarte mit einem durchschnittlichen Aufwand berechne ich 330,00 Euro + MwSt. Welche Kosten für Ihren konkreten Fall anfallen, hängt von ihren individuellen Wünschen ab.“

Hast du dein Design kalkuliert, kannst du auf die Preisnachfrage von Auftraggebern professionell reagieren.

Die eigene Preise einschätzen

Über Geld redet man nicht. Vor allem nicht untereinander. Immer wieder stelle ich fest, dass um das Thema Geld ein großes Geheimnis gemacht wird. Das ist schade, denn hier würde mehr Transparenz für alle ein großer Vorteil sein. Designer könnten ihre Preiskalkulation viel besser einschätzen und Auftraggeber wüssten mit welchen Kosten sie rechnen müssen. Im angelsächsischen Raum wird das sehr viel offener gehandhabt.

Um herauszufinden welche Preise andere Designer ansetzen, gibt es unterschiedliche Wege. Du kannst auf den Websites von Agenturen und Freelancern nach Preisen recherchieren. Design-Marktplätze wie Twago oder 99designs bieten Designleistungen zu (kleinsten) Festpreisen an. Bei Berufsverbänden kann man als Mitglied Kalkulationsempfehlungen einsehen. Dazu kommen verschiedene Apps und Berechnungstools, die es auf dem Markt gibt.

Eine ausgiebige Marktrecherche ist gut und ganz normaler Bestandteil jeder Preiskalkulation. Die Ergebnisse können dabei sehr vielfältig sein. Lass dich aber nicht verrückt machen. Wenn du dich an anderen Preisen orientieren möchtest, dann wähle solche Designer, die ähnliche Erfahrungen, Leistungen und Voraussetzungen haben, wie du.

Fazit

Den richtigen Preis für das eigene Design zu finden erscheint nicht einfach. Dazu spielen zu viele Faktoren eine Rolle. Wenn du den hier im Artikel vorgeschlagenen Weg gehst, um deine Designs zu kalkulieren, hast du aber eine gute Basis. Und der Preis für deine Designs wird sich auch immer wieder ändern. Du bekommst mehr Erfahrung, die Projekte werden komplexer oder dein Fachgebiet spezieller. Alle diese Dinge werden sich in deinen Preisen wiederspiegeln.

Jetzt bin ich auf deine Erfahrungen gespannt. Wie legst du deine Preise fest? Nach welchen Kriterien kalkulierst du deine Designs? Und welche Erfahrungen hast du mit deiner Kalkulation gemacht?

Autor:

Hi, ich bin Gudrun und freiberufliche Designerin. Im "bilderbuero" bin ich im Einsatz mit Stift, Maus und Herzblut für tolle Infografiken, Sketchnotes & visuelles Storytelling. Darüber wie man sich ein Design-Business aufbaut, dass einen kreativ, zufrieden und erfolgreich macht, schreibe ich hier auf "Achtung Designer".

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Gudrun,
    das ist ein Dauerthema :-).

    Gut geschrieben und immer schön die kniffligen Punkte herausgepickt.

    Aus meinem AGD-Vorträgen hab ich mir vor 15 Jahren gemerkt:
    – nenne es Vergütung, nicht Preise (Preise sind für Lagerware), denn wir veredeln / vergüten, verwenden „ordentliche” Schriften – Comic Sans YEAH :-D.
    – diskutiere nicht um den Preis, sondern immer um den Wert (deiner Arbeit).
    (Marketing-Vorlesung: „Wer keine Werte hat, muss sich auf Preisdiskussionen einlassen…”)

    Wie immer: Die Mischung macht es und da wir kein Katalogberuf ausüben, gibt es, neben den von dir genannten – sinnvollen – Grundkalkulationen, keine Standards.
    Das ist Fluch und Segen in einem – aber mit der Erfahrung und solchen tollen Blogpost wird das schon :-).

    Beste Grüße
    Thomas

    Antworten

    • Hallo Thomas,
      danke für deinen Hinweis es „Vergütung“ und nicht Preis zu nennen. Oft sind es schon solche vermeidlich kleinen Feinheiten, die beim Gespräch mit den Auftraggebern einen großen Unterschied machen. Und das gilt auch für die Wahrnehmung der eigenen Design-Leistung. Das ist auch meine Erfahrung.
      Viele Grüße,
      Gudrun

      Antworten

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