Elevator Pitch: Dein Design-Business in 30 Sekunden - Achtung Designer
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Elevator Pitch: Dein Design-Business in 30 Sekunden

Foto - Elevator Pitch für Designer

Kennst du das? Du sitzt in einem Meetup und alle Teilnehmer stellen sich nacheinander vor. Nur noch drei Leute vor dir … zwei Leute … Einer … gleich bist du dran. Dir schießen tausend Worte in den Kopf, aber die richtigen sind nicht dabei? Ahhhh!!!

Damit dir genau das nie wieder passiert, mache ich heute den Elevator Pitch mit dir. Also Knopf drücken, bitte einsteigen und los geht es!

Was ist ein Elevator Pitch?

Beim Elevator Pitch geht es darum, das eigene Geschäftskonzept in der Länge einer Fahrstuhlfahrt vorzustellen. Viel Zeit ist das nicht, das stimmt, aber sie reicht dicke. Ursprünglich wurde diese Art der Vorstellung vor allem dafür genutzt, Kapitalgeber und Investoren von neuen Geschäftsideen zu überzeugen. Aber sie ist auch im Kleinen für dich sehr nützlich!

Warum brauchst du den Elevator Pitch?

Du bist selbstständig, weil du andere von dir und deinen Designs begeistern willst. Dafür bleiben dir in der Realität aber oft nur wenige Sekunden. Entweder es passt oder ein anderer Designer bekommt den Zuschlag.

Hier sind 5 überzeugende Gründe, warum du dein Design-Business auf den Punkt bringen muss!

  1. Überzeuge deinen Kunden
    Wenn du willst, dass der Kunde dir den Auftrag gibt, musst du ihm genau klar machen, warum du perfekt für den Job bist. Mit deinem Elevator Pitch kannst du das.
  2. Finde deine Nische
    Erst wenn du dich zwingst deine Design-Dienstleistung in einen knackigen Satz zu packen, wirst du dir über dein Spezialgebiet klar. Aus „Ich mache Werbung für Veranstaltungen“ wird dann ein „Ich bin Spezialist für das Erstellen von Veranstaltungskonzepten in der Industriebranche.“
  3. Überzeuge auf allen Kanälen
    Hast du deinen Elevator Pitch erst mal definiert, dann kannst du es für alle deine Marketingkanäle nutzen. Nicht nur dann, wenn du dich vorstellst, sondern auch als Videobotschaft auf Facebook oder als Kernaussage auf deiner Website. Dieses einheitliche Auftreten überzeugt und schafft Vertrauen!
  4. Werde zum Ansprechpartner für dein Spezialgebiet
    Du weißt genau was du machst und kannst das auch anderen vermitteln? Prima, denn diese Eigenschaft sorgt dafür, dass sich auch Fachleute aus anderen Bereichen an dich wenden.
  5. Vorsprung durch Kreativität
    Es hat ja keiner gesagt, dass dein Elevator Pitch lahm und langweilig sein muss. Du bist Designer – lass deiner Kreativität freien Lauf! Dreh ein Video, zeichne eine Sketchnote, mach eine Fotoserie… Leg einfach los!


    Auch wenn man kein Niederländisch spricht, wird hier sofort klar, dass die Designerin Stopmotion-Videos macht!

Anleitung für deinen Elevator Pitch

Das Gute vorne weg: Einfach so aus dem Bauch heraus, kann keiner seine Idee perfekt vorstellen. Dazu braucht man einen Moment Zeit, Ruhe und ein paar Versuche. Also schnapp dir Zettel, Stift und eine Stopuhr– Wir legen los!

In deine 30 Sekunden gehören:

Eine durchschnittliche Fahrstuhlfahrt die 30 Sekunden dauert, geht über 5 Etagen. In jeder Etage kannst du einen Punkt nennen:

  • 1. Etage – Stell dich kurz und prägnant vor:
    Hallo mein Name ist…
  • 2. Etage – Das Angebot
    Was machst du: Stell dein Angebot bildhaft und sympathisch vor…
  • 3. Etage – Deine Zielgruppe
    Wen willst du ansprechen: Sag für wen dein Angebot geeignet ist.
  • 4. Etage – Dein Alleinstellungsmerkmal
    Was macht dich besonders: Mach deutlich, was dich von deinen Mitbewerbern unterscheidet…
  • 5. Etage – Die Handlungsaufforderung
    Sag deinem Gegenüber, was er jetzt machen soll: Geh auf meine Internetseite…

Du willst ein Beispiel? Dann guck dir das hier mal an:

Hier sind alle Punkte drin:
Das ist mein Ingenieurbüro … (Begrüßung)
Das sind nachwachsende Rohstoffe, die schon seit langer Zeit genutzt werden und wir haben daraus ein Hanfbike gemacht … (Angebot)
Das fährt sogar beim Triathlon … (Zielgruppe)
Das verbindet Ökonomie und Ökologie … (Alleinstellungsmerkmal)
Besuch uns auf unserer Website. (Handlungsaufforderung)

Jetzt bist du dran!

Bevor es losgeht musst du dir ein paar Gedanken zu deinem Design-Business machen. Das hilft dir dabei, deine wichtigsten Fakten zu finden.

  • Wer ist dein Zielkunde?
    Stell dir deine Zielgruppe so genau wie möglich vor und damit meine ich jetzt nicht, ob du für Agenturen oder Endverbraucher arbeiten willst. Stell dir die Person vor. Was für einen Job hat sie? Wie alt ist sie? Arbeitet sie im Team oder alleine? Was ist das größte Problem für diese Person? Das heißt nicht, dass du nur für diesen einen Personenkreis arbeiten darfst, aber je genauer du dir deinen Wunschkunden definierst, desto besser kannst du dich auf seine Wünsche und Probleme einstellen.
    Beispiel: Jannis ist 35, arbeitet in der Marketingabteilung für ein mittelständisches Unternehmen und ist dafür zuständig, dass die aktuellen Verkaufszahlen zusammengestellt und ausgewertet werden.
  • Was verkaufst du?
    Hier passieren die meisten Fehler: Du verkaufst keine Designdienstleistung, sondern du verkaufst die Lösung für das Problem deiner Zielgruppe. Wenn du von der Kundenseite her denkst, kannst du dein Angebot viel besser formulieren.
    Beispiel: Du unterstützt mittelständischen Unternehmen dabei, ihre Zahlen und Daten ansprechend und leicht verständlich aufzubereiten, indem du illustrierte Infografiken und kreative Jahresberichte designst.
  • Wie hilft das deinem Kunden?
    Jetzt ruf dir noch mal deine Zielkunden ins Gedächtnis. Wie genau hilft ihm dein Angebot? Dieser Teil ist umso leichter, je genauer du deine Zielgruppe kennst.
    Beispiel: Du hilfst Jannis dabei die von ihm zusammengestellten Zahlen und Daten so aufzubereiten, dass sie von allen Lesern schnell und einfach verstanden werden. Jannis Reports und Präsentationen werden dadurch in allen Abteilungen häufiger gelesen/beachtet und das Marketing kann besser auf die Ziele des Unternehmens abgestimmt werden.
  • Was unterscheidet deine Designs von den anderen?
    Was kannst du besser? Wie unterscheidest du dich? Nutzt du einen besonderen Weg, um deine Designs zu entwerfen? Besondere Materialien? Oder hast du besondere Erfahrungen?
    Beispiel: Du hast während deines Designstudiums in einer Marketingabteilung als Werkstudent gearbeitet und bist darum mit den Abläufen und Aufgaben vertraut. Das macht die Zusammenarbeit mit dir einfach. Weil du schon mehrere Jahresberichte erstellt hast, können sich deine Auftraggeber ein genaues Bild von der Qualität deiner Arbeit machen.

Und jetzt dein Pitch!

Ich bin … (Name und Firma)
und ich helfe/biete/unterstütze … (hier die Zielgruppe)
dabei, dass … (hier dein Angebot).
Und das Besondere an meinen Designs ist, dass … (Alleinstellungsmerkmal)
Neugierig geworden? Dann … (Handlungsaufforderung)!

Vielleicht hören sich diese Sätze jetzt für dich ganz fremd an? Du würdest selbst ganz anders reden und die einzelnen Punkte anders formulieren? Mach das doch! Hier ist nichts in Stein gemeißelt. Dreh und wende die Worte so lange, bis sie zu dir und deinen Designs passen.

Wenn du deinen Pitch fertig hast, dann sprich ihn laut vor und lass die Stoppuhr mitlaufen. Wie lange brauchst du? Versuche so nah wie möglich an die 30 Sekunden ran zu kommen. 😉

Fazit

Hast du dich einmal durch den Elevator Pitch durchgearbeitet, dann bist du für alles gut vorbereitet. Du triffst auf einer Konferenz einen potentiellen Auftraggeber? Ein Freund will wissen, was genau du machst? Ein Bekannter braucht Unterstützung in Designfragen und ist sich unsicher, ob er bei dir richtig ist? Man weiß nie, wo das nächste spannende Projekt auf einen wartet …

Du hast dich durch die verschiedenen Punkte durchgearbeitet und jetzt deinen perfekten Pitch formuliert? Dann teile ihn mit uns und schreib ihn in die Kommentare!

Nachtrag:

Das hier ist zwar kein klassischer Elevator Pitch, aber ich finde die Idee trotzdem großartig 🙂 . Um Investoren für ihre mobile App zu gewinnen hat „Undrip“ ein Musikvideo online gestellt. Sie stellen darin sich selbst und ihr Konzept auf ziemlich coole Art vor. Ach, guck`s dir einfach an!

Und weil Kreativität und Einsatz immer überzeugen, hat sich auch ganz fix ein Investor gefunden und sich so bei den Jungs so vorgestellt:

Autor:

Hi, ich bin Gudrun und freiberufliche Designerin. Im "bilderbuero" bin ich im Einsatz mit Stift, Maus und Herzblut für tolle Infografiken, Sketchnotes & visuelles Storytelling. Darüber wie man sich ein Design-Business aufbaut, dass einen kreativ, zufrieden und erfolgreich macht, schreibe ich hier auf "Achtung Designer".

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