Interview mit Jonas von Nook Names  - Achtung Designer
Suche
  • Tipps und Anleitungen für Designer, Grafiker & Kreative
  • um sich ein smartes & erfolgreiches Design-Business aufzubauen
Suche Menü

„Ein Movement, das von den Freelancern ausgeht“ – Interview mit Jonas Drechsel von Nook Names

Interview mit Nook Names // AchtungDesigner.de

Das man es als Freelancer allein viel schwerer hat, als in der Gruppe mit Gleichgesinnten, ist klar. Glücklicherweise gibt es viele Wege, um frischen Input, kreativen Austausch oder Hilfe und Unterstützung zu finden. Freelancer-Netzwerke sind eine Möglichkeit dafür. Aber wie funktioniert so ein Netzwerk? Was hat die Macher dazu bewegt diese zu gründen? Und wo liegen die Vorteile für kreative Selbstständige?
Ich hab Jonas Drechsel von NOOK NAMES interviewt und konnte einen interessanten Blick hinter die Kulissen werfen.

Hallo Jonas, erzähl uns doch bitte ein bisschen was darüber, was NOOK NAMES ist und was euch ausmacht? Wie und warum seid ihr auf die Idee gekommen ein Kreativ-Netzwerk zu gründen?

NOOK NAMES ist ein Netzwerk für kreative Freiberufler. Wir stehen für Qualität. Andersartigkeit. Die Ecke. Die Veränderung des Arbeitsmarkts. Die coolsten Freelancerevents ever. Eine starke Community. Ein Movement, das von den Freelancern ausgeht.
In naher Zukunft steht NOOK NAMES auch verstärkt für Vermittlung.
Die Idee für das Freelancernetzwerk hatte unser Gründer aus Eigenbedarf. Phil Meinwelt kam als relativ erfolgreicher Werbefotograf aus Österreich nach Berlin und musste sich mit einer neuen Härte im Markt abfinden. Agenturen haben nicht wirklich einen Bedarf für Jungfotografen. Wie also kann man sie doch in ein Gespräch verwickeln? Mit NOOK NAMES! Inzwischen stehen uns fast überall die Türen offen, weil der Nutzen einfach sichtbar wurde. Denn: Auftraggeber können unsere Vermittlung aktuell kostenlos in Anspruch nehmen.

Mit eurer Kampagne „Gegen Kreativprostitution“ positioniert ihr euch ganz deutlich gegen Kreativabzocke und Ministundenlöhne, wie man sie leider tagtäglich im Designbereich findet. Nicht nur für Berufsanfänger ist es oft schwer den „richtigen Preis“ festzulegen und den Wert der eigenen Leistung auch zu verinnerlichen. Wie wollt ihr Kreative da unterstützen?

Ganz einfach. Wir legen einen Mindesttagessatz fest unter dem man uns gar keinen Auftrag schicken kann. Wir achten immer darauf, dass die Jobs gewisse Anforderungen erfüllen. Umgekehrt wünscht sich der Kunde ja auch Qualität. Worum geht es denn letztlich bei Kommunikation? Sicher nicht um den xtausendsten austauschbaren Banner.

Tatsächlich war die von dir angesprochene Kampagne vor allem als besonders plakativ konzipiert. Wir können einerseits keinesfalls gleich die ganze Arbeitswelt umkrempeln und andererseits gab es auch zurecht viel Kritik an „Kreativprostitution“. Als ob Prostitution immer zwanghaft wäre. Die zwanghafte ist aufs äußerste zu verurteilen und kann vom Impact her nicht ansatzweise mit niedrigen Stundensätzen verglichen werden. Im Gegenteil. Mit etwas Abstand würde ich sogar an die freien Kreativen da draußen appellieren: Niemand kann euch dazu zwingen euch unter Wert zu verkaufen! Konzentriert euch auf das was ihr könnt! Liefert ordentliche Referenzen! Baut ne ordentliche Homepage! Geht Netzwerken! Kommt zu NOOK NAMES! Dann hat sich dieses ganze unschöne „Kreativprostitution“-Thema ganz schnell von selbst erledigt.

Als Freelancer arbeitet man oft alleine. Coole Aufträge, spannende Kontakte und frischen Input bekommt man aber vor allem dann, wenn man sich mit anderen Leuten trifft und sich austauscht. Bis jetzt habt ihr diesen Punkt mit Euren NOOK IMPULSE MEETINGS aufgegriffen. Jetzt hast du mir erzählt, dass Ihr zukünftig vor allem auf eine neue Website setzt. Was genau habt ihr vor?

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich unsere NOOK IMPULSE MEETINGS liebe. Sie waren schon ein zentraler Bestandteil von NOOK NAMES schon ausgemacht, bevor ich dort war. Deswegen kann ich unvoreingenommen sagen: Ich kann mir kaum ne bessere Netzwerkveranstaltung vorstellen! Ein lockeres Zusammenkommen mit einer Many to many-Kommunikation. Nur Leute, die ein gewisses Skill-Level erreicht haben. Nur kreative Menschen, die eh nochmal offener sind. Eine Umgebung, die zusätzlich öffnet: Immer ne entspannte, coole Bar, ausgestattet mit nem Creative Quicky, nem Blackboard, einer Fotobox und anderen gelben Gimmiks. Privates und berufliches unglaublich gut in einem Event vereint.

Aktuell kann man sich diese Events aber nur noch auf Video anschauen:

Denn so leid es mir tut, wir mussten die NOOK IMPULSE MEETINGS vorerst einstellen. Wir bitten die Freelancer-Community da um Verständnis. Die letzten drei Jahre haben wir unfassbar viel gegeben. Wie schon angemerkt sind inzwischen auch größte Agenturen scharf auf uns. Durch die Events sind unzählige Jobs & Kooperationen entstanden von denen wir oftmals noch nicht mal was mitgekriegt haben. Es war an der Zeit nen ordentlichen Dreiklang hinzukriegen, sodass Freelancer, Auftraggeber UND wir von NOOK NAMES profitieren. Das hat einer gewissen Neuorientierung bedarft.

Ihr achtet sehr darauf, dass die Qualität der von euch ausgewählten Freelancer hoch ist und lehnt Bewerbungen für euer Netzwerk auch ab, wenn sie nicht passen. Warum ist das auch eurer Sicht so wichtig und welchen Tipp hast du für Kreative, die sich bei euch bewerben wollen?

Qualität ist alles. Freelancen verlangt ungemein viel von einer Person. Deshalb würde ich jedem Freelancer raten sich ganz klar bewusst zu machen, was er/sie kann und gerne macht. Dadurch wird der ganze Rest viel einfacher. Weitere Tipps? Ich habe erst vor kurzem über die Erfahrung aus dem Screening von über 1.000 Freelancer-Websites gebloggt. Außerdem sind die Kriterien, nach denen wir Freelancer auswählen hier aufgelistet.

Phil Meinwelt hat NOOK NAMES gemeinsam mit weiteren freelancenden Supportern aufgebaut. Das bedeutet, dass ihr alle die Hochs und Tiefs der Selbstständigkeit kennt. Welchen Einfluss hat dieses Wissen auf eure Arbeit?

Jep. Wir waren bzw. sind selbst auf der abenteuerlichen Reise des Freiberuflertums. Um es klar zu sagen: Unsere Learnings als Freelancer prägen NOOK NAMES. In vielen Gesprächen ist dabei Ethos entstanden, den ich schwer verallgemeinern kann.

  • Dumpingpreise: No.
  • Feedback: Jo.
  • Einsamkeit: No.
  • Treffen: Jo.
  • Überheblichkeit: No.
  • Kommunizieren: Jo.
  • Abzocke: No.
  • Fairer Deal für alle: Jo.


Das klingt spannend. Ihr plant ja auch einen großen Relaunch für die Website. Inwiefern wird sich Nook Names durch die Neugründung als Unternehmen verändern?

Die Veränderung wird gigantisch! Die neue Website inkl. komplett überarbeiteter Datenbank wird es uns erstmalig ermöglichen, wirklich zielgerichtet Freelancer mit Auftraggebern zu connecten. Wenn das anläuft, profitieren wir selbst natürlich auch davon und können uns noch mehr Zeit für NOOK NAMES freikaufen. Ich freue mich schon darauf in 2016 viele geile Jobs zu vermitteln!

Noch eine persönliche Frage: Welchen Tipp würdest du deinem jüngeren Gründer-Ich gerne mit auf den Weg in die Selbstständigkeit geben, wenn du eine Zeitmaschine hättest?

Für diese Frage habe ich eine Weile überlegt und mich für die ehrlichstmöglichste Antwort entschieden. Aus meiner Sicht gibt es zwei Möglichkeiten, für die ersten Schritte als Freelancer:

  1. Du hast massig (Agentur-)Erfahrung und weißt genau wer du bist, was du (wirklich!) kannst und auf welches Netzwerk du zurückgreifen kannst.
  2. Du musst kompromissbereit und unglaublich fleißig sein, um gute Projekte zu realisieren und daran zu wachsen.

Für mich war das wohl beides nichts – deswegen gibt es jetzt NOOK NAMES in dieser Form 😉 Damit bin ich fein. Danke für das Interview!

Vielen Dank, Jonas. Toll, dass du Zeit für uns hattest!

Autor:

Hi, ich bin Gudrun und freiberufliche Designerin. Im "bilderbuero" bin ich im Einsatz mit Stift, Maus und Herzblut für tolle Infografiken, Sketchnotes & visuelles Storytelling. Darüber wie man sich ein Design-Business aufbaut, dass einen kreativ, zufrieden und erfolgreich macht, schreibe ich hier auf "Achtung Designer".

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.