Finde dein "Warum" - Anke Lambrecht im Interview
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Finde dein „Warum“ – Interview mit Anke Lambrecht, Coach

Interview - Coach Anke Lambrecht

Nichts geht mehr: Totales Motivationsloch, keinen Elan, keine Ideen und irgendwie auch keinen Bock mehr. Dein Design-Business läuft einfach nicht mehr rund und du hast keine Ahnung woran das liegen könnte.

Das kommt dir bekannt vor?

Dann ist das der richtige Augenblick, an dem Unterstützung von Außen goldwert sein kann. Jemanden der mit dir zusammen herausfindet, was du wirklich willst und dich so aus deinem Motivationsloch holt.

Anke Lambrecht (The Winged Way) ist Coach und hat sich genau das zum Ziel gesetzt. Sie unterstütz Unternehmer und Selbstständiger, Ihre Businesstrategie flexibel mit Ihrer Persönlichkeit in Einklang zu bringen. Damit sie das tun, was sie begeistert. Anke ist selbst auch Freiberuflerin und kennt darum die Probleme und Hürden, die eine Selbstständigkeit so mit sich bringt.

Hallo Anke, schön, dass du Zeit hast und uns ein paar Fragen beantwortest. Kannst du uns ein bisschen was über dich und deine Arbeit erzählen?

Im Grunde hast du es schon getroffen, Gudrun. Ich unterstütze Selbstständige dabei ihre Ziele mit Leichtigkeit zu erreichen. Mit meiner Unterstützung stimmen sie ihre Businessstrategie flexible auf ihre Persönlichkeit ab. Um zielorientiert zu denken und zu handeln, baue ich im Grunde auf drei Säulen: Kraft tanken, Kraft steuern und Kraft nutzen.

Dabei beginnt alles mit der Frage: Warum?

Jeder der ein eigenes Geschäft aufbaut hat eine Vision, einen großen Antreiber. – Zumindest sollte er das. Bei vielen geht das „Warum“ im Unternehmeralltag verloren oder sie haben sich nie detailliert Gedanken dazu gemacht. Die Folge ist, dass sie von der Zielgeraden abkommen und anfangen wild zu rudern.

Wenn ich jedoch konkret vor Augen habe „Warum“ ich das tue, was ich tue, dann kann ich zielgerichtet handeln.

Die eigene Vision ist die Kraft, die uns hilft auch schwierige Zeiten zu überstehen und immer wieder sich auszuraufen und weiter an seiner Vision zu arbeiten. Tipps und Anregungen für deinen persönlichen Kraftcheck, kannst du hier finden (6-Minuten Kraftcheck – PDF).

Was ist der erste Schritt, wenn man in so einem Nullpunkt angekommen ist? Wie soll man sich verhalten, wenn gefühlt nix mehr geht oder man von den aktuellen Aufgaben nur noch gelangweilt ist?

Wenn man an einem Punkt ist, an dem sich der Weg nicht mehr gut anfühlt, dann ist es Zeit für eine Inspektion. Selbst wenn es schwer fällt sollte man sich aus der Tretmühle zurückziehen und die Fakten beleuchten.

Dabei helfen folgende Fragen:

  • Was genau „geht“ nicht mehr?
  • Was an meiner Arbeit langweilt mich?
  • Hakt es daran wie ich täglich arbeite? Habe ich z.B. ein Zeitproblem und sind die Arbeitsprozesse ineffektiv und wenig effizient.
  • Habe ich wenig Kraft für das tägliche Doing?
  • Bekomme ich keinen guten Draht zu Kunden?
  • Biete ich etwas an, weil ich glaube damit Geld verdienen zu können, aber eigentlich fühle ich mich mit meinem Angebot nicht wohl?
  • Warum stehe ich morgens auf?

Jetzt kenne ich mein Problem. Wie kann ich dieses Wissen nutzen, um etwas zu verändern?

Wenn man nun konkret weiß wo es hakt, dann geht es an den nächsten Schritt. Wohin soll die Reise gehen?

Diese Frage ist der Start für den Prozess, der Kopf und Bauch miteinander verbindet. Oft versuchen wir die Emotionen zu unterdrücken, weil wir glauben diese haben im Business nichts verloren. Aber genau hier liegt ein Missverständnis vor. Erst, wenn sich der Weg stimmig anfühlt, dann verfolgen wir diesen begeistert, bleiben motiviert am Ball und entscheiden uns für die richtigen Dinge. Dabei geht es darum, für sich zu definieren wofür man brennt und wann die Augen leuchten.

Wenn ich nicht weiß warum ich etwas tue und keinen Sinn darin sehe, dann spüren das auch die Kunden und das Motivationsloch lässt nicht lange auf sich warten. Der Weg kostet unnötige Kraft und am Ende bleibt man auf der Zielgeraden liegen.

Also: Finde heraus was du wirklich gerne tust.
Prüfe deine Antwort: Sagt dein Verstand: „Das muss man in meinem Business eben so machen.“ oder fühlt es sich gut an, wenn du daran denkst?
Ich halte es nicht für zielführend Dinge zu tun, weil sie andere so machen. Es geht darum seinen Weg zu finden. Klar braucht das Mut, aber willst Du eine Kopie von anderen sein?

Das Ziel ist klar, aber deine Prozesse und Strukturen kosten dich Kraft und Nerven? Nutzt du z.B. Medien die dir keinen Spaß machen? Glaubst du überall mitspielen zu müssen, damit du Erfolg hast? Ich denke, dann ist es an der Zeit aufzuräumen. Bleibt der Spaß aus, dann bist du nicht authentisch. Wie du arbeitest, dass muss auch zu deiner Persönlichkeit passen. Wenn du z.B. merkst, dass du zu viel Zeit vergeudest, dann schau genauer hin. An welcher Stelle bist du ineffizient? Gerade im eigenen Business ist Zeit nun mal bares Geld wert. Tausche dich mit anderen Designern aus. Wie gehen Kollegen aus deinem Netzwerk damit um?

Ein weiterer Ansatz ist dein Portfolio. Es dürfte kein Problem mehr sein dein Portfolio zu sortieren, wenn du weißt warum du als Designer dein eigenes Business hast. Deine Leistungen spiegeln genau das wider und zeigen deinem Kunden wofür du stehst. Das heißt: Wenn in deiner Vision nicht die Geschäftsausstattung vorkommt, weshalb solltest du das dann in deinem Portfolio anbieten? Weil das Designer nun mal machen?

Sortiere mutig aus! Denn wenn die 10. Anfrage im Monat kommt und du keine Lust auf Visitenkarten hast, diese aber trotzdem designst, dann verlierst du dich. Du folgst nicht mehr deiner Vision.

Designer sind ja oft sehr visuelle Menschen und brauchen etwas Greifbares, statt reiner Theorie. Hast du einen Tipp, wie man seine persönliche Lösung besser verinnerlichen kann?

Ja. Mit meinen Kunden entwickle ich ihr Erinnerungssystem. Die Idee dahinter, habe ich in einem Audiobeitrag veröffentlicht – mein erster 🙂 – Pimp your brain – Wie Sie ihren Autopiloten programmieren

Wenn wir lange den selben Weg gegangen sind und jetzt etwas Neues machen wollen, dann findet das unser Gehirn erst einmal gar nicht gut. Wir sind ja bequeme Wesen. Der neue Weg ist eine kaum genutzte Landstraße und der alte Trott eine vierspurige Autobahn. Und wo fährt es sich sicherer mit 290 PS unter dem Hintern? Hast du dich entschieden die Energie nicht auf der „falschen“ Strecke zu verbrennen, dann hole dir Unterstützung. Mit den richtigen Koordinaten, Hilfsmitteln und Kraftstoff im Tank gelingt es dir aus der Landstraße in eine neue vierspurige Autobahn entstehen zu lassen.

Am Anfang bist du vielleicht noch unsicher auf der neuen Strecke, aber je öfter du dort fährst, desto sicherer wirst du. Bringe dich immer wieder auf Spur, damit du die richtige Ausfahrt nimmst.

Eine Möglichkeit ist diese:

  1. Denke an dein Ziel, deine Vision
  2. Notiere, zeichne alles was du damit verbindest.
  3. Wähle entsprechende Mittel auf allen Sinnesebenen: z.B. Fotos, Pflanzen, Farben, Musik
  4. Platziere diese Marker als Koordinaten in deinem Alltag. z.B. ein Foto auf deinem Desktop & Smartphone, die Musik als Klingelton. Die Pflanze in deinem Büro. Die Farben setzt du als Textmarker oder Haftnotizen ein. Ein motivierender Spruch als Karte auf deinem Schreibtisch.

So programmierst du deinen Autopiloten bewusst und unbewusst auf dein Ziel.


Okay jetzt habe ich mein Problem erkannt und mir überlegt, was ich in Zukunft anders machen möchte. Was ist der nächste Schritt? Wie komme ich von der Theorie zur Praxis?

  1. Entwickle einen Plan

    Welche Eigenschaften, Fähigkeiten, materielle Ressourcen oder Kontakte benötigst du für dein Ziel? Was hast du bereits? Plane Etappen ein, Meilensteine. Gehe dabei logisch vor, so wie du es auch bei einem Designprojekt tust. Hier entwickelst du auch nicht erst die Grafik und klärst dann die Erwartungen deines Kunden.

  2. Setze die Dinge konsequent um.

    Bleibe am Ball, in dem du dir Fristen setzt und feste Zeiträume einplanst.
    Prüfe, ob du klare Prioritäten setzt. Dazu gehört es auch mal nein zu sagen und Ablenkungen auszuschalten. Verzettle dich nicht durch Perfektionismus. Es wir nicht alles perfekt sein und das muss es auch gar nicht. Zeige dich mit deinen Ideen und probiere dich aus.

  3. Bleibe geduldig

    Es ist nicht alles auf einmal möglich. Veränderung braucht Zeit. Gerade die eigene Vision zu entwicklen ist ein Prozess der ähnlich einer Selbstfindung gleicht. Neben dem Tagesgeschäft Strukturen zu verändern kann anstrengend sein.

Mein Tipp: Lege regelmäßig, evtl. jeden Montag, einen Boxenstopp ein.
Schau auf die vergangene Woche:

  • Bin ich noch auf der Zielgeraden?
  • Bringt mich das was ich gerade tue meinem Ziel näher?
  • Was ist mir gut gelungen?
  • Was sind meine Ziele für diese Woche?

Noch ein Frage zum Schluss: Wie kann ich verhindern, dass ich überhaupt erst in dieses „Motivationsloch“, diese Umzufriedenheit falle.

Unternehmerfreiheit ist toll, verlangt aber auch Disziplin und Selbstmotivation. Da ist kein Chef der dir sagt was du zu tun hast. Selten klopft dir jemand abends auf die Schulter und sagt: „Toller Tag, gute Leistung, Frau Lambrecht.“

Mein Tipp: Fokussiere regelmäßig kleine und große Erfolge. Dazu zählen nicht nur die im Business, sondern auch deine privaten. Nicht alles verläuft nach Plan. Hochs und Tiefs sind Teil des Geschäfts, akzeptiere das.

Du musst lieben was du tust, sonst kommst du mit dem Hintern nicht an die Wand. Kümmere dich nicht ständig um andere, sondern bleib bei dir, bleib dir treu. Sorge für dich. So motiviert du auch bist, ein erfolgreiches Business aufzubauen, sorge für ausgleichende Pausen zum Kraft tanken. Deine Kraftspender sollten fester Bestandteil deines Tages sein.

Vielen Dank Anke, für deine Tipps und deine Anregungen.

Autor:

Hi, ich bin Gudrun und freiberufliche Designerin. Im "bilderbuero" bin ich im Einsatz mit Stift, Maus und Herzblut für tolle Infografiken, Sketchnotes & visuelles Storytelling. Darüber wie man sich ein Design-Business aufbaut, dass einen kreativ, zufrieden und erfolgreich macht, schreibe ich hier auf "Achtung Designer".

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