Kommunikationsdesignerin Katja Moldenhauer im Interview – Achtung Designer
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„Ja, schon immer wollte ich selbstständig arbeiten.“ – Interview mit Katja Moldenhauer

Interview mit Katja Moldenhauer Kommunikationsdesign // AchtungDesigner


Hallo Katja, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Interviewgewinn. Schön, dass wir dich jetzt ein bisschen besser kennenlernen können. Stell dich doch bitte kurz vor: Wer bist du? Was ist dein gestalterischer Schwerpunkt? Und seit wann bist du selbstständig?

Vielen Dank, Gudrun! Ich freue mich deine Interviewpartnerin zu sein. Als Diplom-Designerin für visuelle Kommunikation (FH) der Fakultät für Gestaltung Pforzheim, führe ich seit 2004 die Agentur Katja Moldenhauer Kommunikationsdesign mit Sitz in Pforzheim. Die Tätigkeitsbereiche sind Design, Unternehmenskommunikation und Werbung. Dabei verantworte ich selbst neben Konzept und Design auch den Kundenkontakt sowie die Koordination der Projekte und externen Partner.

Unsere Kernkompetenz ist die visuelle Kommunikation für Unternehmen und Marken. Für sie plane und gestalte ich gemeinsam mit meinen Partnern und freien Mitarbeitern Corporate Designs, visuelle Konzepte und umfassende, weitergehende Kommunikationsmaßnahmen für On- und Offlinemedien. Charakteristisch sind individuelle, authentische Lösungen, die konzeptionsstark, berührend und überzeugend sind.

Du hast ja schon mit 26 Jahren deine Agentur gegründet. War eine Festanstellung für dich auch ein möglicher Weg oder wusstest du schon immer, dass du selbstständig arbeiten möchtest?

Ja, schon immer wollte ich selbstständig arbeiten. Der direkte Kontakt zum Kunden, das unmittelbare Gespür für die Menschen, Unternehmen und Marken, ist mir sehr wichtig. Für mein persönliches Tun als Konzeptionerin und Designerin ist das der beste Weg, um so gut, so passend, so relevant wie möglich für einen Kunden tätig zu sein.

Zu deiner Agentur gehört ein gut eingespieltes Team von 7 freien Mitarbeitern. Trotzdem wohnt ihr fast alle in verschiedenen Städten, wie ich gesehen habe. Wie arbeitet Ihr zusammen, wenn ihr gemeinsame Designprojekte umsetzt? Ganz klassisch alle in einem Büro oder habt ihr euch flexibler und ortsunabhängiger aufgestellt?

Je nach Aufgabenstellung wähle ich das Team individuell für jeden einzelnen Kunden aus. Es gibt verschiedene Wege der Zusammenarbeit zwischen uns. Entweder wir gehen zunächst gemeinsam zum Kunden vor Ort. So können wir ihn, seine Werte, Ziele und Anforderungen sehr gut kennenlernen. Oder wir treffen uns als Team für ein umfassendes, internes Briefing in der Agentur. Da wir uns sehr gut kennen, können wir uns je nach Anforderung aber auch telefonisch und per Datenaustausch abstimmen und trotzdem perfekt Hand in Hand arbeiten. Mir ist sehr wichtig, dass jeder in dem Umfeld arbeiten kann, in dem er die besten Ergebnisse erzielt. Daher arbeiten wir nicht ortsgebunden zusammen.

In der Agentur von Katja Moldenhauer / AchtungDesigner.de

„In einer ruhigen und aufgeräumten Atmosphäre wie dieser, ist mein Kopf frei, um mich ganz in die jeweils eigene, visuelle Welt des Kunden zu versetzen“ –  Katja Moldenhauer

Die Leistungen deiner Agentur sind ganz unterschiedlich. Ihr bietet zum Beispiel neben klassischer Unternehmenskommunikation und Werbung auch strategische Analyse- und Beratungsleistungen für Unternehmen an. Das ist ein breites Feld. Welchen Bereich davon übernimmst du am liebsten?

Wirkungsvolle Gestaltungslösungen zu entwickeln, ist meine persönliche Kernkompetenz. „Nur schön“ ist nicht mein Ding. Relevante Designs, die bei den Kunden meiner Kunden die gewünschten Reaktionen auslösen, sind für mich nicht nur Notwendigkeit. Sie zu entwickeln macht mir großen Spaß.
Kommunikations- und Marketingmaßnahmen sind meines Erachtens wirkungsvoll, wenn sie relevant sind. Relevanz entsteht, wenn einer Gestaltung eine gute Analyse und ein starkes Konzept zu Grunde liegen, um die strategische Ausrichtung und Marketingplanung des Kunden zu unterstützen.
Am liebsten entwickle ich auf Basis der analytischen Tätigkeiten ein Gestaltungskonzept, das die Werte und Ziele eines Unternehmens, einer Institution oder einer Marke exakt in visuelle „Sprache“ übersetzt. Gestalten bedeutet für mich häufig, eine Übersetzerrolle einzunehmen, es ist die Transformation von Inhalten in visuelle Kommunikation.

Bürohunde sorgen ja nachweislich für ein besseres Arbeitsklima. Auch dich begleitet seit 5 Jahren deine Whippethündin, sowohl in Pforzheim, als auch im Home Office. Wie bereichert deine Hündin euren Agenturalltag?

In einem Artikel hat jemand ein Tier einmal bezeichnet als „Etwas, das atmet“. Ein Hund ist natürlich viel mehr als „Etwas, das atmet“, aber dieser Ausdruck beschreibt mein Gefühl in Bezug darauf, weshalb es besonders ist, ein Lebewesen bei sich zu haben, sehr gut. Vielleicht können das manche Hundebesitzer nachfühlen: ist Miss Philine Maple nicht da, fühlt sich das Büro irgendwie „leblos“ an.

Bürohund von Katja Moldenhauer / AchtungDesigner.de

Sorgt für charmante Unterstützung in der Agentur von Katja Moldenhauer – die Whippethündin Miss Philine Maple

Eine konkrete Veränderung ist zum Beispiel, dass der Tag durch einen regelmäßigen Mittagsspaziergang eingeteilt wird, seit Philine da ist. Falls jemand glaubt, diese Regelmäßigkeit sei nicht gut für einen „kreativen Flow“, so irrt er meines Erachtens. Die Pause und die frische Luft machen den Kopf frei und ich habe einen guten, neuen Blick auf die Arbeit, wenn ich wieder zurück bin.

Stimmt, gerade frische Luft hilft mir auch immer, wenn der Kopf qualmt. Ein guter Hinweis. Im Laufe der Jahre hast du ja sicher sehr viele gute und vielleicht auch schlechte Erfahrungen gesammelt. Welchen Tipp würdest du deinem jüngeren Gründer-Ich gerne geben, wenn du könntest? Was hättest du lieber viel früher gewusst?

Das ist eine sehr interessante Frage! Im Laufe der Zeit hat sich natürlich vieles geändert, z. B. was Strukturen, Arbeitsabläufe und Tätigkeitsfelder betrifft. Dabei habe ich verschiedene Punkte immer wieder überdacht und angepasst, wo es meines Erachtens notwendig war. Ich glaube, es wäre ein Rückschaufehler, zu sagen, dass die Aspekte, die ich verändert habe, vorher falsch gelaufen sind. Alles dient dazu, Erfahrungen zu sammeln, daraus zu lernen und daran zu wachsen. Das ist zum eigenen Vorteil und zum Vorteil der Kunden.
Würde mich ein Gründer nach einem Tipp fragen, würde ich ihm raten, stets umsichtig und offen zu sein und aus weniger guten Erfahrungen zu lernen, um daran weiter zu wachsen.

Und zu guter Letzt: ein Blick auf deinen kreativen Schreibtisch. Was beschäftigt dich im Moment? Wie sieht es hinter deinen Kulissen deiner Agentur aus?

Auf meinem Schreibtisch sind immer mehrere Projekte, für die ich, je nach Aufgabe, unterschiedlich viel Zeit einplane. Im Moment beschäftigen mich z. B. Corporate Designs und visuelle Konzepte, dazu die Artdirections bei den Fotoshootings. Hinzu kommen Konzepte und Designs für digitale Medien wie einen Newsletter und eine Website. Außerdem gestalte ich gerade ein exklusives Druckprodukt für die Aussendung eines Kunden zum Jahresende sowie Produkt- und Kompetenzdrucksachen mit unterschiedlichem Umfang für verschiedene Kunden.

Der Arbeitsplatz von Katja Moldenhauer

Der Lieblingsarbeitsplatz von Katja Moldenhauer

Um mich herum ist es optisch meist sehr ruhig, sehr aufgeräumt und strukturiert. Ich mag leise Töne wie Weiß und Grau, ergänzt um ein paar wenige, gezielt platzierte Farbtupfen. Finden sich dann noch Holz und ein paar Grüntöne aus der Natur, ist’s perfekt! In einer Atmosphäre wie dieser ist mein Kopf frei, um mich ganz in die jeweils eigene, visuelle Welt des Kunden zu versetzen, für den ich gerade arbeite.

Vielen Dank für das Interview, liebe Katja.

Autor:

Hi, ich bin Gudrun und freiberufliche Designerin. Im "bilderbuero" bin ich im Einsatz mit Stift, Maus und Herzblut für tolle Infografiken, Sketchnotes & visuelles Storytelling. Darüber wie man sich ein Design-Business aufbaut, dass einen kreativ, zufrieden und erfolgreich macht, schreibe ich hier auf "Achtung Designer".

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