Interview mit der Webdesignerin Tanja Seetzen – Achtung Designer
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Digitaler Kopf trifft kreatives Herz – Interview mit der Webdesignerin Tanja Seetzen

Interview auf AchtungDesigner.de mit Tanja Seetzen

Digitaler Kopf trifft kreatives Herz. Ist das ein Widerspruch? Für Tanja Seetzen aus Hamburg nicht, denn bei ihr passen diese beiden Teile sehr gut zusammen. Unter dem Motto „Deine Website, dein Business und du“ unterstützt Tanja Online-Unternehmer von der Ideen über die Konzeption bis hin zur fertigen Website. Anders als viele Webdesigner arbeitet Tanja Seetzen mit festen Paktangeboten und gibt ihre Inhalte in Videoanlektionen und Webinaren weiter. Ein interessanter Ansatz. Um mehr darüber zu erfahren, habe ich Tanja zum Interview eingeladen und nachgefragt.

Hallo Tanja, wie kam es dazu, dass du dich selbstständig gemacht hast?

Ehrlich gesagt schlummerte der Wunsch dazu schon immer in mir. Aber ich habe ihm erst richtig Beachtung geschenkt, als ich nach 6 Jahren in der Schweiz nach Hamburg zurückkehrte. Obwohl der Gedanke immer da war, war es für mich aber nicht immer klar, mit was ich mich genau selbständig mache. Diese fehlende Klarheit habe ich dann vor über einem Jahr gegen mein „Big Picture“ getauscht und dann ging es auch schon los – und zwar mit zwei Businesses. Denn durch meine Studium und durch meinen beruflichen Werdegang lag es nahe, der Technik und der Gestaltung zu folgen, aber auch dem Ruf fürs Styling zu folgen – zu Style Genius by TNJSTZN. Ich bin so froh, dass ich beidem gefolgt bin. Deshalb kann ich sagen, dass ich dem Wort „Stylepreneur“ wirklich Bedeutung – digital und im realen Leben – und meinen Kunden eine individuellen Ausdrucksweise verleihe. Und natürlich gefällt mir der Begriff auch. 🙂

Als Webdesignerin und arbeitest mit Kunden, die sich ein Online Business aufbauen wollen. Also Leute die so ähnlich ticken und denken wie du. Wie kam es zu dieser genauen Positionierung und arbeitest du auch für Auftraggeber aus anderen Bereichen?

Letztes Jahr habe ich ein Online-Business Coaching absolviert, was dabei sehr gut geholfen hat. Denn ich biete das, was meine Kunden haben möchte: Sicherheit, dass sie und ihre Websites bei mir in guten Händen sind (ich nehme ihnen die Technik ab), dass ich als Ansprechpartnerin immer für sie da bin und sie auch von A bis Z begleite. Somit ergab es sich, dass ich mehrheitlich Aufträge von Einzelunternehmerinnen bekam und bekomme.

Aber ebenso habe ich auch ein großes Unternehmen intern als Freelancerin im Rahmen meines Auftrags bei verschiedenen Tätigkeiten unterstützt. Auch wenn ich weiß, wer meine Zielgruppe ist, bleibe ich offen genug, dass ich auch mit anderen Auftraggebern zusammenarbeiten kann und möchte. So bleibe ich flexibel im Handeln und Mitdenken und das wurde bisher sehr geschätzt. Dafür bin ich meinem Studium und meiner bisherigen beruflichen Laufbahn auch sehr dankbar. Meine Tätigkeiten als Schnittstelle zwischen der Technik, der Gestaltung und dem Business haben mir hierfür eine sehr große Basis geschaffen.

Eine Besonderheit bei dir ist, dass du mit festen Paketpreisen arbeitest und deine Webdesign-Projekte nicht individuell kalkulierst. Warum hast du dich für diesen Weg entschieden, um deine Preise zu berechnen?

Die Entscheidung lag einfach auf der Hand, denn ich möchte Transparenz für alle Seiten schaffen. Das macht es mir als auch meinen Kunden viel leichter. Es ist von Anfang an klar, welche Leistungen inbegriffen und wie viel sie kosten. Wenn z.B. eine Kundin sagt, sie bräuchte aus Zeitgründen oder weil die technischen Kenntnisse nicht vorhanden sind, meine Unterstützung, dann kann sie sich frei entscheiden, in wieweit ich sie unterstütze. Vielleicht braucht sie nur eine Installation und den Rest übernimmt sie selbst oder sie möchte, dass ich schon alles komplett einstelle, damit sie gleich loslegen kann.

Natürlich gibt es auch Anfragen, die meine Pakete gar nicht abdecken bzw. auch gar nicht können – bei besonderen Erweiterungen, etc.. Dann erstelle ich auch gerne ein individuelles Angebot.

Wir alle kennen ja das Problem mit dem ungeplanten Änderungsschleifen bei Design-Projekten. „Ja, das gefällt mir alles sehr gut. Ich hab da nur noch eine kleine Änderung…“ Du weißt was ich meine. Wie gehst du den mit zusätzlichen Kundenwünschen, Änderungen und Nachfragen um, die ja eigentlich nicht mehr im ursprünglichen Paket beinhaltet sind?

Oh ja, die kenne ich gut. 🙂 Aber hier ist es dann wichtig, dass ich klar kommuniziere, was bereits erfüllt wurde. Es ist auf jeden Fall ein Lernprozess, denn natürlich ist es mir auch wichtig, dass die Arbeit, die ich erstelle und liefere meinen Ansprüchen gerecht wird und ich auch sehr gerne meinen Namen druntersetze. Wenn es sich nur um eine Frage hält, beantworte ich sie schon. Aber wenn es abzusehen ist, dass der Umfang der Beantwortung bzw. der Bearbeitung größer ist, dann sage ich es auch. Wie gesagt, das ist ein Lernprozess.

Du arbeitest nicht nur alleine, sondern auch teilweise im Team mit Silke Krüger, die Expertin für SEO und Conversion ist. Zusammen habt ihr im August regelmäßig Webinare gegeben und Fragen rund um das Thema WordPress beantwortet. Wie seid ihr auf die Idee gekommen und wie läuft so ein Webinar ab?

Die Idee ist im Juni/Juli entstanden, da wir beide bereits viele WordPress-Websites umgesetzt hatten. Somit hatten wir die Idee unser Wissen zusammenzupacken und trotzdem unsere Schwerpunkte – Silke für SEO & Conversion und ich für die Konzeption – zu behalten. Daraus sind dann unsere Serviceangebote inkl. WordPress-Pakete entstanden. Damit wir eben auch gesehen und gehört werden, haben wir uns im Zuge der Produktentwicklung dazu entschlossen, Webinare zu geben. Nachdem dann auch dafür das Konzept stand, ging es auch schon gleich an die Terminplanung und – et voilà: Unsere WordPress-Workshopreihe war entstanden. Da wir beide damit aber noch am Anfang standen, habe wir den Weg gewählt, mit freien Tools diese Webinare umzusetzen.

Ein Webinar besteht immer aus mehreren Teilen: Eine kleine Vorstellungsrunde, Präsentation des Themas, der Verkaufspitch (schließlich möchte man auch, dass die Interessenten das eigene Angebot kennen) und anschließend geht man auch die Fragen aus dem Chat ein. Je nach Webinar-Thema kann es nur eine Präsentation oder sogar ein Workshop sein, in dem man live im System zeigt, wie etwas funktioniert.

Es macht auf jeden Fall viel Spaß und gab uns die Möglichkeit uns und unsere Kompetenzen zu zeigen. Ich kann es nur jedem empfehlen, es einfach auszuprobieren!

Wir beide haben uns auf einem Fielfalt femsemble im Hamburg kennengelernt. Bei diesem Netzwerktreffen hast du einen Vortrag über „Digitale Konzeption für Websites“ gehalten hast. Warum ist es aus deiner Sicht so wichtig, dass man sich als Designer auf Meetups, bei Workshops, webinaren oder Vorträgen zeigt? Und was würdest du anderen Kreativen raten, die sich noch nicht so recht trauen mal auf die Bühne zu kommen?

Als erstes: TRAUT EUCH! Ich werdet immer für euren Mut belohnt! Wie sollen sonst, außer durch eure Websites und Werbung, die zukünftigen Geschäftspartner und Kunden auf euch aufmerksam werden? Bei solchen Treffen und Veranstaltungen habt ihr die Chance euch so zu zeigen, wie ihr seid. Und ihr gebt allen anderen die Chance, euch persönlich und eure Kompetenzen kennenzulernen. Auch ich war nicht immer bereit, auf die Bühne zu gehen oder vor anderen zu präsentieren. Das ist jetzt das Ergebnis von vielen Übungsrunden und Kollegen, die mich immer wieder überzeugt haben, es zu machen.

Falls ihr euch nicht alleine traut, geht mit jemanden zusammen dorthin. Aber versucht trotzdem, auch alleine auf andere zu zugehen. Das fällt euch mit der Zeit immer leichter. Und keine Sorge: Es gibt immer Tage, da fällt einem das leichter und an anderen wiederum nicht. Das geht uns allen gleich. Wenn die Bühne noch nicht gleich eure Welt ist, fangt mit MeetUps an oder geht man zu einem geschäftlichen Netzwerktreffen (z.B. IHK), dann kommt ihr gut in euren eigenen Rhythmus, um euch beim Netzwerken wohler zu fühlen. Das ist der Schlüssel dazu, mit einem Wohlbefinden auf so eine Veranstaltung zu gehen und auch mit einem guten Gefühl wieder nach Hause zu gehen. Und wenn es doch auf die Bühne geht, übt vorher zu Hause oder im Büro so gut es geht, und wenn doch etwas schiefgehen sollte: Lächeln! Dann bleibt ihr authentisch und es zeigt, dass ihr mit Fehlern umgehen könnt. Denn jeder, der schon mal vor anderen stand, kennt dieses Gefühl und wird sich darin wieder erkennen. Und denkt daran: Euer Mut wird belohnt werden!

Was rätst du anderen Designern, die gerade den Sprung in die Selbstständigkeit wagen? Was ist dein ultimativer Tipp für den Start, den du selbst gerne gehabt hättest?

Der ultimative Tipp? Das ist eine gute Frage! Ich hätte mich viel früher an die Selbständigkeit wagen sollen. Der Satz „Start before you’re ready“ ist ein wertvoller Begleiter, wenn man mit diesem Gedanken spielt, sich selbständig zu machen. Man kann nie alles im Voraus planen und deswegen lohnt es sich nicht, zu warten. Wenn die Chance jetzt da ist: MACHEN!

Es hilft aber ungemein, wenn man vorher ein klares Bild vor Augen hat, wohin man will und wie genau das eigene Angebot aussehen soll. Ein guter Tipp ist auf jeden Fall, sich genau die Leute anschauen, die schon dort sind, wo man selbst hin will. Gerade die Personen haben meist noch viele hilfreiche Tipps auf Lager, die den Anfang erleichtern könnten. Und was ich auch im Nachhinein sagen kann: Beschäftige dich mit deiner Zielgruppe! Für wen und mit wem möchtest du arbeiten? Wie kannst du deine Zielgruppe ansprechen?

Interessanterweise hatte mir schon vor Jahren jemand diese Fragen gestellt und mir gesagt, dass ich mich damit auseinandersetzen soll. Damals konnte ich damit noch nicht soviel anfangen, weil ich noch angestellt war und ich dachte, die Selbständigkeit ist noch weit weg. Aber das auf jeden Fall ist ein wertvoller Tipp bzw. wertvolle Fragen, die dich dem Ziel näher bringen.

Was mir auch sehr geholfen hat, war ein 2-Tages-Seminar zum Thema „Existenzgründung“. Ich habe dort wertvolle Tipps bekommen, ein Blick für die Zahlen, etc., die mir jetzt das Leben auch etwas einfacher machen. Und falls du dich schwer mit Verkaufen, Zahlen, etc. tust: Hier in Hamburg gibt es z.B. den Verein H.E.I. (Hamburger Existenzgründungsinitiative), die ein großes Kursangebot genau dafür haben. Dafür kann man auch ein Gutscheinheft beantragen, dass für die Kurse zur Anrechnung verwendet werden kann.
Auf jeden Fall kann ich nur jedem empfehlen, sich auch vorher schon mit solchen Themen auseinanderzusetzen, damit es später kein böses Erwachen gibt. Und für alles, was du nicht kannst bzw. nicht allein schafft, hol dir Hilfe – Steuerberater, sprich mit deiner Bank, etc. So mache ich es auch und ich kann mich so auf mein Geschäft und Projekte konzentrieren. Es ist auch ein beruhigendes Gefühl, wenn man weiß, dass so etwas in guten Händen ist und es mich nicht von einem Geschäft ablenkt.

Und zu guter Letzt: ein Blick in dein Skizzenbuch. An welchen Projekt arbeitest du gerade? Was beschäftigt dich im Moment?

Interview auf AchtungDesigner.de mit Tanja Seetzen – Blick ins Skizzenbuch

Ich arbeite gerade daran, meine Website stylegenius.de zu verändern und ein Freebie zu entwerfen. Dazu gehört dann die passende Landing Page, die mir gerade durch den Kopf geht.

Danke für die Einblicke und für das Interview, Tanja.

Autor:

Hi, ich bin Gudrun und freiberufliche Designerin. Im "bilderbuero" bin ich im Einsatz mit Stift, Maus und Herzblut für tolle Infografiken, Sketchnotes & visuelles Storytelling. Darüber wie man sich ein Design-Business aufbaut, dass einen kreativ, zufrieden und erfolgreich macht, schreibe ich hier auf "Achtung Designer".

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