Kannst du deinen Designschwerpunkt genau beschreiben? - Achtung Designer
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Und? Was machst du beruflich? – Oder, kannst du deinen Designschwerpunkt in einem Wort beschreiben?

Kannst du deinen Designschwerpunkt beschreiben? / © Gudrun Wegener von AchtungDesigner.de

„Und? Was machst du beruflich?“ Tja, da hast du es mal wieder. Während deine fest angestellten Freunde und Bekannten eine klare Jobbezeichnung haben, kannst du deinen Designschwerpunkt gar nicht so leicht in ein, zwei Worte fassen.

Designer? Grafiker?
– Das trifft es nur unzureichend, denn zu deiner selbstständigen Arbeit gehört ja sehr viel mehr als nur Designs zu entwerfen.

Gründer? Unternehmer? – Ja, ist inhaltlich auch richtig, lässt aber den kreativen Part völlig außen vor. Und wenn du dann auch noch Projektmanagement machst, bloggst, unterrichtest oder als Speaker auftrittst, wird es richtig kompliziert.

Wenn du nicht deutlich sagen kannst, was du machst, hast du ein Problem

Das du deine Arbeit nicht klar benennen kannst, mag für dich im Alltag kein so großes Problem sein. Es findet ja auch nicht jede Woche ein Netzwerktreffen statt, bei dem du dich vorstellen musst. Aber wenn du schon nicht sicher beschreiben kannst, was du machst, wie sollen dann Andere dich und deine Arbeit beschreiben?

Potentielle Kunden wissen nicht, wofür genau sie dich beauftragen sollen. Deinen bestehenden Auftraggebern fällt es schwer dich weiterzuempfehlen, weil sie deine Arbeit nicht klar eingrenzen können. Und auch Suchmaschinen haben es schwer deine Internetpräsenzen passend einzuordnen und das führt dazu, dass deine Website nicht zu den richtigen Suchanfragen angezeigt wird. Du bist mit deinen Designs nicht klar greifbar. Und das kostet dich Anfragen, Aufträge und letztendlich Geld.

Sag es auf die einfachste Art

Bei sich selbst ist man ja immer ein bisschen betriebsblind und darum ist es sehr hilfreich, wenn du dir eine zweite Meinung von außen einholst. Frag jemanden der dich und deine Arbeit gut kennt danach, was du machst. Ihre Einschätzung kann für dich sehr hilfreich und überraschend sein. Wie beschreiben sie deinen Beruf? Welche deiner Tätigkeiten wird am deutlichsten wahrgenommen? Und spannend: Entspricht das dem Bild, dass du von deiner Arbeit hast?

Suche die Gemeinsamkeiten in den Beschreibungen und finde so den Oberbegriff, der gut zu deiner Arbeit passt. Der kann an dieser Stelle auch noch relativ allgemein sein. Sag es auf die einfachste und am leichtesten nachvollziehbare Art und Weise. Erweitern oder ergänzen kannst du deine Jobbeschreibung jederzeit.

Aber zu allererst – wenn du ein Webdesigner bist, dann bezeichne dich auch so. Wenn du ein Infografiker bist, dann nenne dich so. Du bist Produktdesigner, Kinderbuchillustrator oder User Interface Designer? Dann sag das auch so.

Definiere, was du machst, indem du sagst, was du nicht machst

Eine gute Methode den eigenen Designschwerpunkt im zweiten Schritt besser einzugrenzen ist es, wenn du herausfindest, was du nicht machst. Das ist vor allem dann nützlich, wenn du in einem Bereich arbeitest, der weit gefächert ist.

Sagen wir mal du bist Grafikdesigner. Dann können ziemlich viele Aufgaben in deinen Bereich fallen: Print und Online, Logos oder ganze Corporate Designs, Magazinlayout, Reinzeichnungen, … Aber machst du das auch alles?

Mit dieser kleinen Übung kannst du dir einen guten Überblick über deinen Designschwerpunkt verschaffen:

  1. Nimm dir ein Blatt Papier und ziehe in der Mitte einen Strich. Auf die linke Seite scheibst du jetzt alle Tätigkeiten, die zu deinen Aufgaben zählen. Auf die rechte Seite kommen die Designaufgaben, die für dich nicht in deinen Aufgabenbereich fallen.
  2. Notiere jetzt alle Kundenaufträge und auch Anfragen, die du in den letzten Monaten bekommen hast. Dabei spielt es keine Rolle, ob du den Job letztendlich auch bekommen hast oder nicht.
  3. Geh jetzt alle Punkte durch, die du auf die „Das mache ich nicht-Seite“ geschrieben hast und frag dich, ob du schon Anfragen für diesen Designschwerpunkt bekommen hast. Markiere dir diese Tätigkeiten. Das gleich machst du dann auch noch mal für die „Das mach ich-Seite“. Vergleiche jetzt deine Markierungen. Werden bei dir die Designjobs angefragt, die zu deinem Designschwerpunkt passen?
  4. Finde im letzten Schritt eine Formulierung, die genauer eingrenzt, was du anbietest und vor allem was du auch machen möchtest. Bleiben wir beim Beispiel mit dem Grafikdesigner von eben. Dann könnte das Ergebnis der Auflistung so aussehen: „Ich bin Grafikdesignerin mit dem Schwerpunkt Corporate Design.“ oder „Ich bin Grafikdesigner für Onlinemedien.“ Wenn ich als Kunde auf der Suche nach einem Designer für meinen neuen Print-Produktkatalog bin, weiß ich, dass ich bei dir nicht richtig bin. Und erspart mir und dir unnötige Arbeit.

Diese kleine Übung ist auch eine gute Methode, um zu überprüfen, ob dein aktueller Schwerpunkt auch mit dem übereinstimmt, was deine Auftraggeber von dir buchen wollen. Wenn du häufig Anfragen für die falschen Jobs bekommst, dann zeigt das, dass deine Positionierung nach außen nicht deutlich wird. Anscheinend erkennen potentielle Kunden nicht sofort, was sie bei dir in Auftrag geben können.

Zeig nach außen was dein Schwerpunkt ist

Dein Schwerpunkt ist dir nach dieser Übung schon sehr viel klarer? Du kannst deine Arbeit in einem oder zwei Worten zusammenfassen? Super. Dann zeig das jetzt auch nach außen. Übernimm deine neue Jobbeschreibung für:

  • deine Über mich-Seite auf deiner Website
  • auf die Startseite deiner Website
  • in deinen Elevator Pitch, mit dem du dich vorstellst
  • auf deine Visitenkarte, Postkarten, Handouts und Präsentationen
  • in die Beschreibung deiner Social Media-Kanäle
  • und natürlich in deinen Unterhaltungen, wenn du über dich und deine Designs sprichst

Jetzt hast du die Basis für alles andere

Okay, ich gebe gerne zu, dass diese „kurze Definition“ in nur 1-2 Worten nicht einfach ist. Aber diese Basisarbeit ist wichtig, weil sie alles andere in deinem Design-Business beeinflusst. Die Art und Weise wie deine Website aussieht, wie du auf Kunden zugehst, wie dein Logo und dein Corporate Design aussehen und vor allem, wie du dich selbst vorstellst und mit Anfragen umgehst.
Wenn du dir jetzt also Gedanken darüber gemacht hast, was dein Designschwerpunkt ist, dann überdenke auch ob deine aktuelle Außendarstellung zu dem passt, wie du von Außen wahrgenommen werden möchtest.

Autor:

Hi, ich bin Gudrun und freiberufliche Designerin. Im "bilderbuero" bin ich im Einsatz mit Stift, Maus und Herzblut für tolle Infografiken, Sketchnotes & visuelles Storytelling. Darüber wie man sich ein Design-Business aufbaut, dass einen kreativ, zufrieden und erfolgreich macht, schreibe ich hier auf "Achtung Designer".

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Gudrun,
    ich wollte dir schon länger schreiben, dass ich deinen Blog sehr infomativ finde und ich ihn mit großer Begeisterung lese. Zur Zeit bin ich aber selbst sehr am Verzweifeln, da ich mich gerade frage, ob meine Positionierung die Richtige ist und ob ich nicht „zu wild“ aufgestellt bin. Momentan stelle ich mich überall als Grafikdesigner und Illustratorin vor, da das eben meine Schwerpunkte sind. Nun gibt es aber bei Grafikdesign schon viele unterschiedliche Nischen, das ich mich auf Corporate Design, Editorial und Verpackungsdesign eingeschossen habe. Da für mich Editorial- und Verpackungsdesign auch zu einem Corporate Design gehören. Oder wäre es hier hilfreich einfach nur Unterpunkte für Corporate Design anzulegen? Und bei dem Gebiet Illustrationen gibt es mittlerweile so viele Felder und Stile, dass ich nicht weiß wo ich anfangen soll, zudem fehlt mir hier noch ein einheitlicher Stil, den ich konsequent verfolgen kann. Und hier stellt sich mir auch die Frage, ob ich das überhaupt muss? Gerne würde ich auch beide Felder kombinieren. Momentan steht für mich die Frage im Raum, ob ich mich einfach als reine Grafikdesignerin mit erwähnten Schwerpunkten sehe und Illustration über Bord werfe, was mir aber nicht unbedingt leicht fällt, oder ich mich auf Illustration stürze, aber hier sehe ich mich einfach nicht genug als vollständige Illustratorin.

    Mh … ich glaube bei mir wird es noch eine Weile dauern bis ich einen Schwerpunkt festgelegt habe, den ich auch wirklich so benennen kann. Ich finde es gerade am Anfang einer Selbstständigkeit schwierig einen Schwerpunkt festzulegen, da man immer irgendwie den Gedanken im Hinterkopf hat, dass man jeden Job annehmen möchte, um Geld zu verdienen.

    Trotzdem danke ich dir für den tollen Blogeintrag. Ich werde in nächster Zeit versuchen meine Positionierung genauer zu betrachten und mich dann anders aufstellen. 🙂

    Antworten

    • Hallo Mareen,
      ich kann dich gut verstehen. Für mich war es am Anfang genau aus den gleichen Gründen soo schwer. Man ist immer im Zwiespalt zwischen „Will ich solche Jobs wirklich machen?“ und „Kann ich meine Miete bezahlen?“.
      Vielleicht hilft es dir, wenn du das Thema von der anderen Seite aus betrachtest: Für welche Art von Kunden möchtest du denn arbeiten? Lieber moderne, hippe Startups oder traditionelle Familienbetriebe? Kleine und mittelständische Unternehmen oder lieber große Konzerne und Agenturen? Medizinbereich, Finanzbereich oder ganz was anderes?
      Wenn du dir in dem Punkt klarer bist, kannst du deine Positionierung auch danach ausrichten und dann alle kreativen Dienstleistungen für diese eine Zielgruppe anbieten. So rum funktioniert Spezialisierung nämlich auch.
      Liebe Grüße,
      Gudrun

      Antworten

      • Ich danke dir für deine ausführliche Antwort liebe Gudrun. 🙂 Ich bin froh darüber verstanden zu werden, da es am Anfang (ohne weitere Rücklagen) nicht gerade einfach ist mit dem Geld verdienen. Da ist man froh über (fast) jeden Job. Aber alles kann ich auch nicht machen. Da finde ich eine Spezialisierung schon sehr sinnvoll.

        Eine Kreuzung aus hippen, modernen mittelständische Unternehmen gibt es wohl nicht? ^^ Tatsächlich kann ich mir schon zwei von dir genannten Kunden einkreisen. Ich ordne meine Kunden eher im Bereich moderne, hippe Startups, kleine und mittelständische Unternehmen ein. Ich sollte mich aber auch nochmal ausfürhlich mit dem Thema Wunschkunden beschäftigen. Ich habe für mich bereits rausgefunden, dass es eine bestimmte Art von Menschen ist, mit denen ich gern zusammenarbeiten möchte. Das sind Menschen, die genauso wie ich mit Herz, Verstand und Leidenschaft an ihrere Sache/mit ihrem Unternehmen arbeiten oder eben sehr auf Nachhaltigkeit achten. Die Frage ist nur, ob ich solche Kunden auch finden werde. ^^

        Aber da ich demnächst nochmal über den Aufbau meiner Selbstständigkeit nachdenken werde, kann ich deinen Ratschlag gleich mit einbauen. Vielen Lieben Dank dafür. 🙂

        Liebe Grüße
        Mareen

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