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Schluss mit Perfektionismus, der hält dich nur auf

Schluss mit Perfektionismus, der hält dich nur auf | © Gudrun Wegener

Es gibt viele Dinge, die du im Auge behalten willst, wenn du selbstständig bist. Ist deine Website aktuell? Klingen die Texte gut? Läuft die Akquise? Was sollst du auf deinen Social Media-Kanälen veröffentlichen? Brauchst du neue Produkte oder Dienstleistungen? Ach ja, die Kundenprojekte – die gibt es auch noch …

Und die Sachen sind dir wichtig. Darum sollen sie natürlich nicht nur gut sein, sondern perfekt. Vorher kannst du unmöglich anfangen …

Aber der Tag hat nur 24 Stunden und von der Zeit soll auch noch was für die Familie und das Privatleben übrig bleiben. Also machst du mal wieder eine neue To Do-Liste, probierst das nächste Produktivitäts-Tool aus oder schaust dir das 10. Video zum Thema an. Aber wenn du es genau nimmst, hilft dir das auch nicht weiter.

Warum du dich mit weniger nicht zufrieden geben willst

Vielleicht liegt es daran, dass du als Designer in der Regel alleine arbeitest und dich niemand daran hindert, wenn du dich verrennst. Oder es liegt daran, dass du mit so viel Herzblut bei der Sache bist. Aber das Ergebnis ist das Gleiche: Statt mit Freunde und Elan deine gesetzten Ziele zu erreichen, verzettelst du dich und kommst nicht voran.

Das ist auf die Dauer echt nervig!
Denn genau dieser unnötige Perfektionismus ist es, der dich ausbremst.

Ich bin zum Beispiel ganz groß darin mich in der Recherche und in Vorüberlegungen zu verzetteln.

Ich: „Ja los, lass uns ein Video-Interview machen.“
Mein Perfektionismus: „Stopp, vorher musst du recherchieren welche Ausrüstung du dafür brauchst.“
Ich: „Gut, ich weiß jetzt was ich brauche. Wir können anfangen.“
Mein Perfektionismus: „Hast du dir auch schon über den Hintergrund und die Beleuchtung Gedanken gemacht? Und darüber, dass der Ton gut aufgezeichnet wird? Und was ist mit einem professionellen Vorspann, der vor dem Video eingespielt wird? Und… Und… Und…“

Das Ende vom Lied ist dann, dass ich noch gar kein Video-Interview gemacht habe. Und dann sieht man Andere, die sich anscheinend solche Fragen gar nicht stellen und die einfach loslegen.

Wenn dir das jetzt bekannt vorkommt, dann steckst du in der gleichen Falle, in die ich auch immer wieder tappe – die Perfektionismus-Falle.

Schluss mit Perfektionismus

Von Sheryl Sandberg, der Geschäftsführerin (COO) von Facebook, stammt das Zitat:

„Done is better than perfect“

Und das bringt es genau auf den Punkt. Es nützt nichts wenn du viele tolle Ideen hast aber nichts davon umsetzt, weil du sie noch nicht perfekt genug findest. Das bringt dich nicht weiter. Dabei gibt es so viele gute Gründe einfach anzufangen und Tipps damit das auch klappt.

  1. Was kann schon passieren?
    Was ist denn das Schlimmste, was passieren kann? Die Text auf deiner Website sind nicht optimal – ist nicht schlimm, da musst du eh regelmäßig ran und Inhalte ändern. Dein Portfolio hat nur 5 Arbeitsproben – macht nix, denn es sind deine allerbesten 5 Arbeiten. Wenn du mal kurz darüber nachdenkst, dann gibt es keinen Grund sich durch Perfektionismus aufhalten zu lasen. Viel wichtiger ist es anzufangen.
  2. Ergebnisse statt Tunnelblick
    Statt die eigene Ziele umzusetzen, verzettelst du dich in Überlegungen und Details. Und es passiert … nix. Mein geplantes Video-Interview ist das beste Beispiel dafür. Also mach Schluss mit Perfektionismus und unnötigen Detailfragen und leg einfach los.
  3. Hör auf dich zu vergleichen
    Irgendwer macht das was du vor hast immer besser, schöner, eleganter, schneller und perfekter als du. Aber ob Derjenige das auch schon beim ersten Mal so toll gemacht hat, wage ich zu bezweifeln. Also mach dich nicht unnötig verrückt und hör auf dich zu vergleichen. Du bist durch deine Persönlichkeit und deinen Stil sowieso schon anders und es bringt nichts „Äpfel mit Birnen“ zu vergleichen.
  4. Sei nett zu dir selbst
    Auch wenn die Dinge mal nicht so gelaufen sind, wie du es geplant hast, sei nett zu dir selbst. Anders als bei Angestellten oder Leuten die im Team arbeiten, musst du dich als Einzelunternehmer immer wieder selbst von neuem motivieren und dir deine Erfolge deutlich vor Augen halten. Mach dir klar was du alles schaffst, jeden einzelnen Tag und dann nutze den Schwung für deine neuen Ziele.
  5. Hol dir Unterstützung
    Wenn du lange genug auf einem Thema rumgekaut hast, dann hast du keinen objektiven Blick mehr. Wie auch? Da hilft es sehr, wenn du deine Idee mit Jemand anderem besprichst. Entweder nur um eine zweite Meinung zu hören oder um einen Teil der Arbeit abzugeben, weil es dich unnötig viel Zeit und Energie kosten würde alleine zu einem guten Ergebnis zu kommen.

Also sollst du einfach loslegen?

Ja, genau darin liegt das Geheimnis, auch wenn es manchmal schwer fällt und Mut kostet.

„A Done Something Is Better Than A Perfect Nothing“

Dein Design-Business ist ständig im Wandel. Es kommen neue Projekte und Themen hinzu. Du probierst Dinge aus und lässt andere Sachen wieder sein, weil sie nicht zu dir und deinem Stil passen. Das ist deine Stärke verglichen zu großen Firmen, die ja bei Weitem nicht so flexibel reagieren können. Nutze das zu deinem Vorteil, mach Schluss mit Perfektionismus, probiere Neues aus und sei experimentierfreudig. Was kann schon passieren?

Viel wichtige als jeder Perfektionismus ist nämlich das du ins „Machen“ kommst und dich nicht in den theoretischen Möglichkeiten verzettelst.

Und ich mache jetzt einen Termin für das Video-Interview fest. Egal, wie gut oder schlecht ich mich vorbereitet fühle.

Autor:

Hi, ich bin Gudrun und freiberufliche Designerin. Im „bilderbuero“ bin ich im Einsatz mit Stift, Maus und Herzblut für tolle Infografiken, Sketchnotes & visuelles Storytelling. Darüber wie man sich ein Design-Business aufbaut, dass einen kreativ, zufrieden und erfolgreich macht, schreibe ich hier auf „Achtung Designer“.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Gudrun,
    dein Bericht ist ein toller Denkanstoß. Ich werde mir dein Credo zu eigen machen.
    Danke für den Artikel 🙂

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  2. Liebe Gudrun,
    das ist eine wirklich informative und bildhafte Beschreibung.
    Lieben Dank für diesen tollen Bericht!

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