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Spezialisten gesucht! So findest du deinen Designschwerpunkt

Illustration - Designschwerpunkt finden

Ein bisschen Logodesign, ein bisschen Webdesign und wenn die passende Anfrage kommt, dann auch noch eine Präsentation. Wenn dein Arbeitsalltag im Moment so aussieht, dann hast du ein Problem – du hast einen Design-Bauchladen.

Wieso bringt dich ein breites Angebot nicht weiter?

Natürlich kannst du als selbstständiger Designer ganz unterschiedliche Leistungen anbieten. Vor allem, wenn du vor deiner Selbstständigkeit viel Berufserfahrung in unterschiedlichen Bereichen gesammelt hast, ist die Versuchung groß „Alles für Alle“ zu gestalten. Und wenn du entsprechende Anfragen bekommst, dann nimmst du sie auch an. Immerhin musst du deine Miete bezahlen.

Auf die Dauer stößt du mit dieser Taktik aber an deine Grenzen. Zum einen ist es schlichtweg unmöglich in allen Designbereichen auf dem aktuellen Stand der Technik und Entwicklung zu sein und zum anderen wirst du nicht an den Projekten arbeiten, die du haben willst. Auch der zehnte Flyer wird dich nicht zufrieden machen, wenn du viel lieber Websites programmierst.

Fehlende Spezialisierung ist auch der Grund, warum die wirklich tollen Aufträge ausbleiben. Denn Auftraggeber arbeiten gerne mit Experten zusammen. Sie wollen wissen, dass ihr Projekt bei dir in den bestmöglichen Händen liegt. Und das geht nicht, wenn du von allem ein bisschen was anbietest. Erst wenn du dich auf einen Designschwerpunkt spezialisierst, wirst du die Aufträge erhalten und umsetzen, wegen denen du dich selbstständig gemacht hast.

Was bedeutet denn Designschwerpunkt?

Okay, so weit, so gut. Aber was genau heißt den Designschwerpunkt? Wie groß oder klein muss den diese Nische sein, damit man von Spezialisierung sprechen kann? Ich hab das mal ein wenig recherchiert.

Grundsätzlich kann man sagen, dass es zwei Wege gibt, wie du deinen Leistungsumfang spezialisieren kannst.

Die vertikale Nische

Das bedeutet, dass du dich auf eine ganz bestimmte Branche spezialisierst und deine Leistungen dann genau auf diese Kunden zugeschnitten anbietest.

Das gilt beispielsweise, wenn du …

  • … nur die Designs für Handwerker und deren Familienbetriebe gestaltest.
  • … Internetseiten speziell für Ärzte und den medizinischen Bereich entwirfst.
  • … für (Einzel-)Unternehmer aus dem Bereich Ernährung, Fitness und Sport Designanfragen umsetzt.

Der Vorteil ist, dass du hier sehr gut deine persönlichen Interessen einbringen kannst und so eine große Nähe zu den Themen und der Mentalität deiner Kunden hast. Du weißt, was deinen Kunden wichtig ist und bist mit vielen Hintergrundthemen sowieso vertraut. Auf der anderen Seite muss dein Leistungsspektrum relativ groß sein, weil deine Kunden von dir oft das „Rundum-Sorglos-Paket“ wollen.

Die horizontale Nische

Anders ist es bei der horizontalen Nische. Hier spezialisierst du dich auf ein bestimmtes Produkt und bietest es Kunden aus allen Bereichen an.

Das gilt beispielsweise, wenn du …

  • … dich auf Logos und Piktogramme spezialisierst.
  • … Experte für die Umsetzung von WordPress-Websites bist.
  • … Präsentationen für deine Kunden grundsätzlich mit PowerPoint umsetzt.

 

Die Vorteile sind hier ganz klar dein Expertenstatus und deine Erfahrung. Irgendwann gibt es für einen WordPress-Experten kein Problem mehr, dass du nicht schon mal für einen Kunden gelöst hast. Das macht dich schnell und erleichtert dir die Arbeit enorm. Weil Kunden aber sehr verschieden in ihrer Mentalität sind, ist an dieser Stelle manchmal Fingerspitzengefühl gefragt. Auch musst du dich bei jedem neuen Auftrag, in die beruflichen Besonderheiten deiner Kunden einarbeiten.

Musst du dich jetzt entscheiden?

Nein, musst du nicht. Die zwei Nischenmodelle sollen es dir nur leichter machen, die Vielzahl an Möglichkeiten zu erkennen. Je nachdem, ob du von der Kunden- oder von der Produktseite her denkst, ergeben sich verschiedene Designschwerpunkte. Natürlich kannst du sie auch kombinieren und dich auf PowerPoint-Präsentationen aus der Medizinbranche spezialisieren. Achte aber darauf, dass deine Zielgruppe nicht zu klein ist.

Wie findest du deine Design-Nische?

Genug zur Theorie! Wenn du die Leistungen von deinem Design-Business jetzt spezialisieren willst, dann hab ich hier vier Fragen für dich, die dir bei der Auswahl helfen.

  1. Was machst du wirklich gerne?
    Denk mal an die letzten Aufträge zurück, die du für deine Kunden gemacht hast. Welches dieser Projekte hat dir besonders gut gefallen? Mochtest du das Thema, gefiel dir das Produkt oder waren es die Menschen, mit denen du gerne zusammengearbeitet hast? Was machst du wirklich gerne?
  2. Welche Designs bewunderst du?
    Jeder hat Vorbilder und Lieblingsdesigns. Aber hast du schon mal ganz bewusst geguckt, ob deine Designs in die gleiche Richtung gehen? Wenn du Kinderbuchillustrationen liebst, aber immer noch technische Zeichnungen für Industriemaschinen designst, dann ist es Zeit deinen Schwerpunkt neu zu fokussieren.
  3. Welche Designs fallen dir leicht?
    Auch für Designer ist Zeit ein ganz entscheidender Faktor. Gerade wenn du deine Projekte aufgrund der kalkulierten Stunden berechnest, ist jede gesparte Stunde echtes Geld wert. Vielleicht gibt es eine Branche, bei der dir die Erstellung und Kreation neuer Ideen besonders leicht fällt.
  4. Was wird gebraucht?
    Das Leben ist kein Ponyhof, wie man immer so schön sagt. Und wenn du als Designer erfolgreich sein willst, brauchst du Auftraggeber, die für deine Arbeit bezahlen. Überprüfe also auch die Marktsituation, bevor du eine bestimmte Spezialisierung ins Auge fasst.

Fazit

Bevor du dich jetzt übereilt in eine bestimmte Richtung spezialisierst, halte noch mal kurz inne. Du musst dich nicht von heute auf morgen entscheiden. Guck was dir gefällt und was dich voranbringt.

Wirklich entscheidend ist nämlich, dass du dich gezielt in eine bestimmte Richtung weiterentwickelst und dich nicht nur frei treiben lässt. Passe die Feinheiten deiner Spezialisierung immer wieder an deine neuen Erkenntnisse an. Lerne aus deine Fehlentscheidungen. Und wenn es funktioniert und dich zufrieden macht, dann behalte diesen Designschwerpunkt bei.

Autor:

Hi, ich bin Gudrun und freiberufliche Designerin. Im "bilderbuero" bin ich im Einsatz mit Stift, Maus und Herzblut für tolle Infografiken, Sketchnotes & visuelles Storytelling. Darüber wie man sich ein Design-Business aufbaut, dass einen kreativ, zufrieden und erfolgreich macht, schreibe ich hier auf "Achtung Designer".

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Im Rahmen der Challenge habe ich ja schon so einige Gedanken rund um das Thema Positionierung gedacht. Ich habe für mich erkannt, dass ich am glücklichsten mit Illustrationen bin, die viel Handarbeit beinhalten. Je weniger digital nachgearbeitet wird, desto glücklicher bin ich. Das sind beispielsweise gedruckte Speisekarten, deren Design auf dem Aquarellblock entstanden und dann nur noch gescant und nachbearbeitet wurden. Dabei kann die Nachbearbeitung schon sehr weit gehen, aber mir persönlich fehlt in vielen Aufgaben einfach der Stift oder der Pinsel in der Hand.

    Ich hoffe, dass der Relaunch meiner Seite dazu beiträgt, dass meine Kunden erkennen, dass sie zu mir gehören. Der Bauchladen ist nun weg, nun stellt sich mir die Frage, ob das so klappt. Da heißt es aber erstmal abwarten 🙂

    Danke für die tolle Challenge, sie hat mir sehr geholfen!

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