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Du bist am Zweifeln?! – So macht es dich und deine Selbstständigkeit besser

Zweifeln macht dich und deine Selbtsständigkeit besser / Achtung Designer // Foto Unsplash.com

Ist eine Selbstständigkeit immer einfach? Wohl kaum. Selbst wenn du schon viele Jahre dabei bist, gibt es immer wieder die Momente, in denen du zweifelst und merkst, dass irgendwas nicht mehr stimmt.

Ich kann nicht sagen, ob es für alle Selbstständigen gilt oder ob Kreative besonders hart mit sich und ihrer Arbeit ins Gericht gehen. Aber nach meiner Erfahrung gehört das Zweifeln, Grübeln, Hadern und Verwerfen der eigenen Ideen und Konzepte für Kreative einfach in regelmäßigen Abständen dazu. Auch wenn es nicht schön ist und dich immer wieder an deine Grenzen bringt.

Zweifeln gehört zum kreativ sein

Kreativität mit all ihren Vor- und Nachteilen, muss man manchmal auch aushalten können und wollen. Vor allem dann, wenn sie massiv an der Basis deiner Selbstständigkeit kratzt. Dann zum Beispiel, wenn du monatelang darauf hingearbeitet hast dir einen Namen im Bereich Verpackungsdesign zu machen, jetzt die Anfragen endlich steigen und du aber bei der Arbeit merkst, dass sie dich die Verpackungsdesigns gar nicht mehr zufrieden machen. Das die Arbeit dich nicht so fordert, wie du es dir erhofft hast. Und das dich inzwischen ein anderer Bereich viel mehr interessiert. Was machst du dann?

Dabei ist es nicht so, dass du von heute auf morgen mit deinen eingeschlagenen Pfaden unzufrieden bist. Viel mehr ist es schleichend. Aus dem tollen „Juhu, ein neues Designprojekt.“ wird ein mittleres „Dann mache ich mich mal an das neue Design“ und dann ein unmotiviertes „Och, dass Design muss ich ja auch noch machen.“ Und dann führt eines zum anderen – Projekte stapeln sich, die Entwürfe sind irgendwie steif und sperrig und alles dauert doppelt und dreimal so lange wie gewohnt. Und die Motivation ist so weit weg, wie sie nur sein kann.

Spätestens wenn du an dem Punkt angekommen bist, kann ich dir versichern, dass du ganz dringend eine Auszeit brauchst.

Wege aus dem Zweifeln

Das du ins Stocken kommst und dein handeln in Zweifel stellt, ist gut. Auch wenn das im ersten Moment paradox klingt. Denn es macht etwas ganz wichtiges mit dir: es warnt dich und gibt dir so die Möglichkeit neue Wege zu suchen und deine Prioritäten zu überdenken. Darum ist es auch wichtig, dass du dir die Zeit nimmst herauszufinden, warum du mit deiner aktuellen Situation unzufrieden bist.

Was stört dich denn genau?

Zunächst einmal musst du dir überlegen, was genau dich eigentlich an der momentanen Situation stört.

  • Ist es wirklich die Arbeit an den Verpackungsdesigns, wie im oben genannten Beispiel?
  • Oder sind es die Auftraggeber und deren Anforderungen an dich als Designer?
  • Würde sich an deinem Unwohlsein etwas ändern, wenn du stattdessen in einem anderen Designbereich wie z.B. Webdesign arbeiten würdest?
  • Willst du lieber mehr Aufgaben betreuen (z.B. auch konzeptionelle Arbeiten übernehmen) oder willst du dich weiter beschränken?
  • Oder hat es eigentlich gar nichts mit deiner Arbeit an sich zu tun und viel mehr mit den Umständen unter den du arbeitest, weil du z.B. ständig alleine im Home Office festhängst?

Was möchtest du am liebsten machen?

Nimm mal alles beiseite was du dir in den letzten Monaten und Jahren aufgebaut hast und lass deinen Gedanken ganz freien Lauf.

  • Welchen Designbereich würdest zu deinem Spezialgebiet machen?
  • Wie würdest du arbeiten – im Home Office alleine, im Team in einem Gemeinschaftsbüro oder gemischt so, wie es gerade passt?
  • Willst du für andere arbeiten, also klassisch als Freelancer oder lieber deine eigenen Designs umsetzen?

Welche deiner tagtäglichen Arbeiten nervt dich besonders und was findest du toll?

Im Allgemeinen magst du deine Job ja, sonst hättest du dich nicht für eine Selbstständigkeit entschieden, richtig? Also lohnt es sich mal genau hinzuschauen was du jeden Tag machst und was dich davon so ins Grübeln bringt. Was macht dir Druck? Was nimmt dir die Motivation und welche Aufgaben bereiten dir im Gegenzug dazu viel Freude.

  • Liebst du das Zeichnen, aber dich macht das Einscannen, Nachbearbeiten und Aufbereiten der Illus wahnsinnig? Dann könntest du das alles umgehen, indem du gleich digital zeichnest.
  • Du hast viele tolle Arbeiten, aber schon der Gedanke daran, das alles online zu stellen und ständig deine Website aktuell halten zu müssen, nervt dich? Dann such dir jemanden, dem du diesen Job geben kannst. Ja, dass kostet Geld, aber es hält dir auch den Rücken frei.
  • Du arbeitest gerne an Kundenaufträgen, bist aber zu schüchtern, um selbst auf die Kunden zuzugehen und ständig als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen? Dann könnte die Arbeit in einem 2er-Team für dich vielleicht viel besser sein, wo dieser Teil durch deinen Partner übernommen wird. Oder du guckst dir mal an, was virtuelle Assistenten alles übernehmen und ob das was für dich ist.

Hab den Mut deine Erkenntnisse zu nutzen

Die Liste könnte man beliebig fortsetzen. Was genau dich gerade zum Zweifeln und Innehalten bringt, kannst sowieso nur du sagen. Viel wichtiger ist aber, dass du die Kraft nutzt, die hinter diesem unguten Gefühl liegt. Nimm sie als Motor für deine Weiterentwicklung.

Wenn du nach längerem Nachdenken feststellst, dass du deine Arbeit eigentlich gerne machst und einfach nur im Moment genervt bist, dann reicht wahrscheinlich schon ein Urlaub. Du musst den Kopf wieder freizubekommen.

Wenn es vor allem deine Arbeitsumstände sind und dir die Decke auf den Kopf fällt, dann triff dich doch mal mit befreundeten Selbstständigen im Coworking-Space oder auf einen Kaffee. Das wirkt bei mir immer Wunder.

Im anstrengendsten Fall liegt es aber wirklich an dem, was du machst und für wen. Dann sind die Konsequenzen weitreichender. Das bedeutet nämlich, dass du dich ernsthaft fragen musst, wie es mit deiner Selbstständigkeit weitergehen soll?

  • Was musst du ändern / weglassen / anfangen, damit du wieder zufrieden bist?
  • Welche Schritte musst du ganz konkret ergreifen, um deinen neuen Ziele zu erreichen?
  • Brauchst du noch etwas um loszulegen z.B. eine Fortbildung?
  • Reicht dein finanzielles Polster für eine große Veränderung oder ist es besser in kleinen Schritten voranzugehen?
  • Und was kannst du alles für dich erreichen, wenn du den Mut hast diese Veränderungen auch wirklich durchzuziehen?

Fazit

Ich denke, dass Zweifel ein ganz normaler Teil der Selbstständigkeit sind. Und ich habe das für mich auch so akzeptiert. Denn ich habe erkannt, dass ich viel Kraft und Mut für neue Ideen aus dieser Unzufriedenheit ziehen kann. Nicht gleich, sondern erst wenn ich eine Weile über dem Thema gebrütet und gegrübelt habe. Konsequenzen und neue Wege brauchen Zeit.

Aber das ist es auch, was eine Selbstständigkeit ausmacht. Sie ist nicht immer gleich. Dein Design Business verändert sich genauso, wie du dich im Laufe der Jahre veränderst. Wünsche, Ziele und Erwartungen wandeln sich. Das ist ganz normal. Also warum solltest du dann an Dingen festhalten nur, weil du sie die letzten Jahre immer so gemacht hast?

Egal wie du dich entscheidest und welche kleinen und großen Konsequenzen das Zweifeln und Grübeln für dein Design Business haben, zieh es durch. Bleib nicht an dem Punkt stehen, an dem du unzufrieden bist, denn das bringt dir gar nichts – außer Frust vielleicht. Und den kann ja nun gar keiner gebrauchen, oder?

Autor:

Hi, ich bin Gudrun und freiberufliche Designerin. Im „bilderbuero“ bin ich im Einsatz mit Stift, Maus und Herzblut für tolle Infografiken, Sketchnotes & visuelles Storytelling. Darüber wie man sich ein Design-Business aufbaut, dass einen kreativ, zufrieden und erfolgreich macht, schreibe ich hier auf „Achtung Designer“.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Gudrun,
    vielen Dank für diesen treffenden Artikel – genau zur richtigen Zeit und die momentane Lage so was von bestätigend! Ich habe unsere erste Krankheitswelle auch bewußt genutzt, um hindernde Gedanken und Situationen auszusortieren. Die Krise als Chance nutzen, den Fokus auf das eigentlich Wichtige und Richtige zu lenken. Und ja – aus eigener Erfahrung – Kreative zweifeln wohl sehr häufig an sich, aber dass sollten demnach andere Menschen gerne mal genauso handhaben…
    Deinen Blog lese ich übrigends mit Begeisterung und wünsche dir weiter viel Freude und Erfolg damit!
    Liebe Grüße aus Thüringen,
    Jeannette (alias wozufreizeit 😉

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    • Hallo Jeannette, schön zu lesen, dass auch du die krankheitsbedingte „Zwangspause“ für dich nutzen kannst. So hat es wenigstens etwas Gutes :). Danke füt deine lieben Grüße und dein Lob für den Blog!
      Gudrun

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  2. Liebe Gudrun,

    ich bin zwar nicht krank, nutze aber sehr gerne die gedämpfte Stimmung des Herbstes um Bilanz zu ziehen. Fragen wie deine helfen mir sehr um den inneren Kompass mal neu zu kalibrieren.

    Weil bei Selbstständigen Arbeit und der restliche Teil des Lebens enger verwoben sind als bei Angestellten, finde ich es auch besonders wichtig, schnelll solche Strategien zu entwickeln. Ein schlecht laufendes Geschäft macht sich (auf jeden Fall bei mir) auch privat schnell bemerkbar.

    Vielen Dank dir für den schönen Artikel und gute Besserung!
    Annika

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