Warum ich für meine Designs kein Social Media-Marketing mehr mache

Marketing & Akquise für Designer | 0 Kommentare

Ist Social Media-Marketing für Designer Pflicht? Oder kann ich einfach darauf verzichten? Und wie packt man das ganze Thema am besten an? Diese Fragen sind ein Dauerbrenner. Denn nicht erst seit der DSGVO hadere ich damit, ob und wie ich mein Design-Business auf Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest und Co. am besten vermarkten kann.

Das hat verschiedene Gründe. Zum einen ist es der beachtliche Zeitaufwand, den es kostete die Posts zu schreiben, zu planen und dann pünktlich zu veröffentlichen, der mir sauer aufstößt. Zum anderen ist da immer die Frage, was man zeigen, schreiben und mit der Öffentlichkeit teilen will.

Vielleicht kennst du diesen Zwiespalt ja auch.

Klar, Social Media-Marketing für Designer funktioniert. Und du kannst auch auf diesem Weg neue Kunden und Aufträge gewinnen. Aber ist das wirklich der richtige Weg für dich? Und rechtfertigt der Erfolg all die Arbeit, die du in deine Social Media-Kanäle steckst?

In meinem Fall heißt die Antwort ganz eindeutig: Nein. Und ich sag dir jetzt auch warum.

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Warum ich für meine Designs kein Social Media-Marketing mehr mache

Social Media ist ein Marketingwerkzeug. So wie Newsletter, Netzwerkveranstaltungen, Blogartikel, SEO oder das Verteilen von Flyern auch. Macht man sich das erst einmal klar, verliert Social Media viel von seiner Dringlichkeit und seiner Präsenz. Es ist nur ein Weg von vielen, um neue Kunden zu erreichen.

Außerdem betreibe ich mein Design-Business, das bilderbuero, alleine. Das bedeutet, ich muss mir sehr genau überlegen wie und für welche Aktionen ich meine Zeit verwende. Einfach nur etwas machen, weil es vermeidlich alle tun, ist da eine sehr schlechte Entscheidung.

Die Frage ist auch nicht, ob Social Media für Designer gut oder schlecht ist. Eine allgemeingültige Antwort darauf kann ich gar nicht geben. Dazu ist das Thema zu individuell und von zu vielen Faktoren beeinflusst. Das ist auch nicht die richtige Frage, finde ich.

Aus meiner Sicht lautet die richtige Frage „Lohnt sich Social Media für mich als Designer, wenn ich dieses Marketingwerkzeug mit allen anderen vergleiche?“

Um hier eine aussagekräftige Antwort zu finden, musst du dir 3 zentrale Fragen stellen:

#1 – Wie sieht dein aktuelles Marketing aus?

Um diese Frage objektiv beantworten zu können, musst du dir zunächst einmal einen Überblick darüber verschaffen, was du im Moment alles an Marketing machst und wie viel Zeit und Geld du in die einzelnen Aktionen steckst.

  • Social Media Posts vorbereiten, planen, veröffentlichen = x Stunden pro Monat
  • Social Media Management (kommentieren, Fragen beantworten etc.) = …
  • Blogartikel, Gastartikel schreiben = …
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO) = …
  • Netzwerktreffen, Meetups, Konferenzen = …
  • Bewerbungen, Pitches, Ausschreibungen = …
  • Kontakte knüpfen, Telefonate, Erstgespräche = …
  • usw.

Schon diese erste Auflistung hat mir die Augen geöffnet. Ich hab nicht im Blick gehabt, wie viel Zeit mich die Arbeit in den Sozialen Netzwerken tatsächlich gekostet hat.

Zitat zum Thema "Lohnt sich Social Media für Designer" - Gudrun Wegener

#2 – Wie erfolgreich konntest du mit Social Media neue Aufträge generieren?

Wenn du selbstständiger Designer bist, dann bist du ein Unternehmer und musst auch dementsprechend handeln. Also raus mit den kalten, ungeschönten Zahlen und gewinne einen Überblick über deine tatsächliche Ist-Situation.

Welche Marketingaktion hat dir tatsächlich neue Aufträge gebracht?
Wo kamen deine Kunden her?

  • Über Instagram, Facebook, Pinterest, Twitter und Co. = x neue Aufträge / Kunden
  • Über die Google-Recherche (also letztendlich deine Website / Artikel) = …
  • Über Empfehlungen = …
  • Über deine direkte Akquise / Bewerbung = …
  • usw.

Solltest du nicht genau wissen, wie deine Kunden zu dir gekommen sind, dann erfrage das unbedingt Mal beim nächsten Kundengespräch. Das zu wissen ist sehr aufschlussreich für dich.

Alternativ dazu kannst du dir auch angucken, über welche Wege die Kunden auf deine Website gekommen sind. Mit Tools wie Google Analytics oder Matomo ist das ganz leicht, weil dir beide Tools das genau aufschlüsseln.

Wann sich #SocialMedia für #Designer lohnt? Ich hab 3 Fragen zusammengestellt, die dir dabei helfen eine aussagekräftige Antwort zu finden. #selbstständigkeit #marketing @gudrunwegener Klick um zu Tweeten

#3 – Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für dein Social Media-Marketing?

In meinem Fall kommen nicht mal 5% der Leser über die Sozialen Netzwerke auf meine Firmen-Website. Aber mehr als 80% kommen über die organische Suche (sprich Googlesuche).

Schon diese beiden Zahlen machen deutlich, dass es sich für mich viel mehr lohnt, mein Marketing auf gute Blogartikel und mehrwertige Inhalte zu legen. Selbst wenn ich von heute auf morgen überhaupt kein Social Media-Markting mehr mache und alles einstampfe, verliere ich nur etwa 5% meiner Websitebesucher.

Gemessen daran, wie viel Zeit und Nerven mich Social Media kostet, gehe ich dieses Risiko gerne ein.

Ja, ich weiß natürlich, dass man sehr viel bessere Ergebnisse über die Sozialen Medien erreichen kann und dass es eine ganze Reihe von Designern gibt, die sehr erfolgreich ihre Aufträge über ihre Social Media-Kanäle generieren. Auch ich hab schon tolle Ergebnisse über Facebook und Co. erzielt, aber unterm Strich war es für mich nicht ausreichend.

Warum ich für meine Designs kein Social Media-Marketing mehr mache

Und wie geht es jetzt weiter?

Eigentlich ganz entspannt, wenn ich ehrlich bin. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mich mit der Entscheidung ganz auf Social Media für meine Infografiken zu verzichten, anfreunden konnte. Jetzt wo ich mir aber sicher bin, und alle Profile gelöscht sind, ist eine gelöste Ruhe eingetreten.

Ich muss mir keine Gedanken mehr darüber machen, wer, was, wann und wo von mir veröffentlicht hat. Stattdessen habe ich mehr Zeit für gute und mehrwertige Artikel, die ich mit Liebe, Sorgfalt und einer guten Suchmaschinenoptimierung aufbereite.

Und ich nehme mir mehr Zeit für meine bestehenden Kunden und die laufenden Aufträge. Denn bei allem Marketing darf man nie vergessen, dass es vor allem zufriedene Kunden sind, die wieder kommen. Und Bestandskunden, die regelmäßig Aufträge erteilen, sind immer noch am besten für meine Arbeit.

Ob diese Entscheidung auch für meine Arbeit hier auf dem Blog Konsequenzen hat, habe ich noch nicht entschieden. Meine Ziele mit diesem Blog liegen ja auch im Austausch mit anderen Designern und nicht darin, Designaufträge zu generieren. Die Zeit wird zeigen, ob ich auch hier einen Teil der Social Media-Kanäle löschen werde.

Der Artikel wurde zuletzt im Juni 2018 aktualisiert.
Fotocredit Titelbild: Daniele Riggi // Unsplash

Gudrun Wegener / bilderbuero / Achtung Designer
Gudrun Wegener Hi, ich bin Gudrun und Designerin aus Hamburg. Im „bilderbuero“ bin ich im Einsatz mit Stift, Maus und Herzblut für tolle Infografiken & visuelles Storytelling. Darüber wie man sich ein Design-Business aufbaut, dass einen kreativ, zufrieden und erfolgreich macht, schreibe ich hier auf „Achtung Designer“.

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